Politik : Milzbrand-Alarm: Post entdeckt verdächtige Briefe in Verteilzentren

Bonn/Berlin/Mainz (dpa/AP/AFP).

Bonn/Berlin/Mainz (dpa/AP/AFP). In Verteilzentren der Deutschen Post sind weitere verdächtige Briefsendungen aufgetaucht. Solche Sendungen würden sofort untersucht, sagte eine Sprecherin der Post am Dienstag in Bonn. Bislang seien in keinem Fall Milzbrandbakterien oder andere Erreger gefunden worden. Auch im Auswärtigen Amt in Berlin wurde am Dienstag ein zweifelhafter Umschlag entdeckt, dessen Inhalt sich aber später als unbedenklich herausstellte.

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Stichwort: Milzbrand
Im Gespräch: Biowaffe Milzbrand
Trittbrettfahrer I: Empfindliche Strafen
Trittbrettfahrer II: Konjunktur verdächtiger Briefe Das Post-Briefzentrum in Schwerin sei auf Grund einer verdächtigen Sendung gesperrt worden, sagte die Sprecherin. In Nordrhein-Westfalen sei im Zustellstützpunkt Wermelskirchen eine Sendung als verdächtig aufgefallen. Nach den Verdachtsfällen in Verteilzentren in Köln-Frechen und Troisdorf-Spich, die sich als harmlos erwiesen, laufe der Betrieb dort wieder normal.

Die so genannten Trittbrettfahrer könnten wegen Störung der öffentlichen Ordnung durch Androhung von Straftaten (Paragraf 126a des Strafgesetzbuches) belangt werden, sagte ein Polizeisprecher. Eine Haftstrafe bis zu drei Jahren ist möglich. Außerdem müssten sie mit zivilrechtlichen Schadenersatzforderungen rechnen. Der nordrhein-westfälische Innenminister Fritz Behrens hat eine harte Bestrafung von Trittbrettfahrern verlangt. "Das ist eine unverantwortliche Panikmache, die schädigt und strafbar ist und nicht toleriert werden kann", sagte der SPD-Politiker am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin.

Der Verdacht auf einen Biowaffenanschlag im Berliner Kanzleramt hat sich unterdessen nicht bestätigt. Das Robert-Koch-Institut habe in dem per Post eingegangenen weißen Pulver keine Milzbrand-Erreger oder andere gefährliche Stoffe festgestellt, teilte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Dienstag in Berlin mit. Der Vorfall werde aber von den Ermittlungsbehörden weiter untersucht. Der Brief mit weißem Pulver war am Montagmittag in der Poststelle der Regierungszentrale eingegangen. Zwei Mitarbeiter der Poststelle hatten das Pulver entdeckt, das nach Öffnung eines Briefs durch eine automatische Anlage aus dem Umschlag gerieselt war.

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