Politik : Mindestens 42 Verletzte - UN-Missionschef Kouchner verlangt Vorgaben für Kosovo-Status

Bei gewalttätigen Ausschreitungen zwischen Serben und Albanern in der Kosovo-Stadt Mitrovica sind am Dienstag mindestens 42 Menschen verletzt worden. Darunter seien 17 französische KFOR-Friedensschützer, teilte die Friedenstruppe mit. Bei den Schießereien und Angriffen mit Handgranaten seien ferner 20 Serben und fünf Albaner seien verletzt worden. Am Nachmittag wurde zudem eine Rakete in Richtung von Albanern bewohnten Wohnhäusern im Norden abgefeuert. Die Friedenstruppe hatte ihre Einheiten dort zuvor verstärkt, um neue Unruhen zu verhindern. Russland ist nach den Worten von Außenminister Iwanow über die "gegenwärtige explosive Lage" im Kosovo besorgt. Unterdessen verlegte das Eurokorps erste Soldaten in die Krisenprovinz, bevor es im April die Führung über die KFOR übernimmt. Die KFOR schickte Panzer und Verstärkungen in den Norden, wie Augenzeugen beobachteten.

Angesichts dieser Lage verlangte der Leiter der UN-Mission, Kouchner, vom UN-Sicherheitsrat klarere Ziele für die Politik im Kosovo. Er schlug eine vorläufige Verfassung für die Übergangsregierung und Kommunalwahlen vor und bekräftigte, dass die in der jüngsten UN-Resolution angeregte substanzielle Autonomie nicht in eine Unabhängigkeit münden dürfe. Das Eurokorps verlegte am Dienstag erste Soldaten ins Kosovo. Das Korps wird im April die Führung der 45 000 KFOR-Soldaten übernehmen.

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