Mindestlohn : Arbeitgeber warnen vor Jobverlusten

Die Spitzen der deutschen Wirtschaft haben gesetzliche Mindestlöhne klar abgelehnt und von einer Gefahr für die Beschäftigten gesprochen.

Berlin - "Gesetzlich verordnete Mindestlöhne bedrohen bestehende Arbeitsplätze", sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. In Branchen mit niedrigeren Löhnen würden Arbeitsplätze abgebaut oder in die Schwarzarbeit oder ins Ausland verdrängt. Davon wären nach Worten Hundts bei einem Mindestlohn von 7,50 Euro 1,7 Millionen Vollzeit-Arbeitnehmer bedroht, vor allem in Ostdeutschland. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) warnte die Bundesregierung davor, mit Mindestlöhnen den Aufschwung am Arbeitsmarkt zu gefährden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wies derartige Befürchtungen der Wirtschaft dagegen als "absurd" zurück.

An diesem Mittwoch will sich das Bundeskabinett mit einer möglichen Neuordnung des Niedriglohnsektors in Deutschland beschäftigen. Dabei soll auch das Thema Mindest- und Kombilöhne eine Rolle spielen. Bereits an diesem Dienstag will sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit der DGB-Spitze treffen.

DGB: Mindestens 7,50 Euro pro Stunde

Hundt sagte, die Arbeitgeber stünden für tarifvertragliche Mindestlöhne. Niemand könne besser Löhne und Arbeitsbedingungen bestimmen als die Tarifpartner. "Staat und Gesetzgeber sind dazu am allerwenigsten geeignet." Er warnte, mit gesetzlichen Mindestlöhnen würden Geringqualifizierte "vom Arbeitsmarkt faktisch ausgesperrt". DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun sagte der Chemnitzer "Freien Presse", Mindestlöhne verteuerten vor allem einfache Arbeiten, die dann von den Unternehmen nicht mehr angeboten würden.

Der DGB-Vorsitzende Michael Sommer plädierte dagegen erneut für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. "Kein Beschäftigter sollte weniger als 7,50 Euro pro Stunde verdienen", erklärte er. (tso/dpa)

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