Politik : Minister: WM vereint Deutsche und Migranten

Andrea Dernbach

Düsseldorf - Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Armin Laschet (CDU) sieht das Verhältnis der Deutschen zu den hier lebenden Migranten durch die Fußball-Weltmeisterschaft positiv verändert. Insbesondere die neue Leichtigkeit des Umgangs mit Hymne und Fahne, die Deutsche im Moment zeigen, ermögliche es Zuwanderern, sich damit zu identifizieren. „Integration gelingt auch durch Gefühl und Emotion, nicht nur durch Rationalität und Grundgesetz. Keiner stellt sich ein Grundgesetz in die Dönerbuden, sondern die schwarz-rot-goldenen Fahnen“, sagte Laschet dem Tagesspiegel.

Laschet hat am Dienstag in einer Presseerklärung an die türkischen Tageszeitungen den türkischstämmigen Bürgern für ihre Begeisterung gedankt: „Allein die Tatsache, dass türkische Zeitungen täglich berichten, wie die türkischen Mitbürger zur deutschen Nationalmannschaft halten, bringt eine völlig neue Dynamik.“ Es gebe inzwischen einen neuen Patriotismus in Deutschland, der sich dadurch auszeichne, dass er mit den Zugewanderten und ihren Kindern geteilt werde. Das Land habe sich verändert: „Heutzutage gehören zur deutschen Nationalmannschaft Namen wie Podolski und Odonkor. Noch schöner wäre es, wenn auch der Name Sahin oder ein anderer in Deutschland geborener türkischstämmiger Fußballer dazugehören würde.“

Der einzige Integrationsminister eines Bundeslandes sieht durch die geteilte Freude und das gemeinsame Feiern auch eine nachhaltige Wirkung auf die Ursprungsdeutschen: Die Menschen in Deutschland könnten bei dieser WM „sehen, dass es gut ist, dass die Zugewanderten da sind“.

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