Politik : Ministerin greift Ärzteverbände scharf an

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Düsseldorf (HB). Im Streit um die neuen Betreuungsprogramme der Krankenkassen für chronisch Kranke hat Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) die Ärzteorganisationen scharf angegriffen. Sie warf ihnen im „Handelsblatt“ vor, die Verwirklichung der Programme für Zuckerkranke und Patientinnen mit Brustkrebs aus eigennützigen Motiven zu behindern. Hinter dem Widerstand der Ärzteverbände und mancher Selbsthilfegruppen vermutet Schmidt massive Einflussnahme der Arzneimittelindustrie, deren teure Medikamente bei den Leitlinien für die Programme nicht berücksichtigt sind. Viele Selbsthilfegruppen werden von der Industrie unterstützt. Schmidt forderte die Kassen auf, dort Ausschreibungen vorzunehmen, wo die Kassenärztlichen Vereinigungen Verträge zur Programm-Umsetzung blockieren. Ziel der neuen Programme ist es, dass chronisch Kranke künftig nach festgelegten, modernen Standards behandelt werden. Dies soll die Qualität der Versorgung verbessern und deren Kosten senken.

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