Politik : Ministerin in Rom kämpft mit Rassismus

Lega-Nord-Senator zieht Vergleich zu Orang-Utan.

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Rom - Italiens erste schwarze Ministerin ist erneut rassistisch verunglimpft worden. Der Senator der rechtspopulistischen Lega Nord, Roberto Calderoli, verglich die italienisch-kongolesische Integrationsministerin Cécile Kyenge während eines Parteitreffens am Samstag im nördlichen Treviglio bei Bergamo mit einem Orang-Utan. Regierungschef Enrico Letta von der Demokratischen Partei nannte die Äußerungen „unentschuldbar“. Zugleich sagte er der Ministerin seine „Solidarität und Unterstützung“ zu. Senatspräsident Pietro Grasso forderte Calderoli auf, sich bei Kyenge zu entschuldigen. Diese sagte der Agentur Ansa: „Ich nehme Calderolis Äußerungen nicht persönlich, aber sie machen mich traurig wegen des Bildes, das sie von Italien vermitteln.“ Calderoli hatte 2006 wegen islamfeindlicher Hetze als Reformminister der damaligen Regierung Silvio Berlusconi zurücktreten müssen. Kyenge, eine aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Augenärztin, ist seit ihrem Amtsantritt in diesem Jahr Zielscheibe zahlreicher rassistischer Angriffe, besonders von der Lega Nord, die mit Berlusconis Volk der Freiheit verbündet ist, sich aber in der Opposition befindet.AFP

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