Politik : Ministerin lobt Hilfswillen der Deutschen

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Berlin - Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat die große Spendenbereitschaft der Deutschen nach der Tsunami-Katastrophe gelobt. Die privaten Spenden in Höhe von 670 Millionen Euro hätten dazu beigetragen, dass nach dem Unglück im Dezember vergangenen Jahres niemand an Seuchen gestorben sei, sagte die Ministerin. Die deutsche Regierung stellte für den Zeitraum 2005 bis 2009 laut Ministerin 500 Millionen Euro bereit.

Für den Aufbau eines Frühwarnsystems gibt die Bundesrepublik 45 Millionen Euro. Es soll bis 2008 einsatzbereit sein. Die Ministerin appellierte zugleich an die Deutschen, für die Erdbebenopfer in Pakistan zu spenden, wo vielen Flüchtlingen der Kältetod drohe.

Eine positive Bilanz der deutschen Hilfsprojekte in Südasien zog die Sonderbeauftragte der Bundesregierung, Christina Rau. Sie sagte, die Partnerschaftsinitiative Fluthilfe habe sich durch einen „ganz persönlichen Beitrag“ für den Wiederaufbau ausgezeichnet. Seit dem Seebeben hätten sich laut Rau mehr als 1300 Hilfsorganisationen bei der Servicestelle der Partnerschaftsinitiative InWEnt in Bonn gemeldet.

Den meisten konnte ein Wiederaufbauprojekt in der Flutregion vermittelt werden. So seien mittlerweile fast 300 Projektpartnerschaften angelaufen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beziffert die Zahl der Toten und Vermissten nach der Flutkatastrophe auf 223 507 Menschen. Von den Opfern sind 168 000 aus Indonesien und 37 599 aus Sri Lanka. „Ich möchte an diesem Tag auch der 537 Deutschen gedenken, die bei der Tsunami-Katastrophe ihr Leben verloren“, sagte Wieczorek-Zeul. Die Ministerin hob ebenfalls hervor, dass die Naturkatastrophe in Indonesien den Friedensprozess in der Bürgerkriegsprovinz Aceh vorangebracht habe. dpa

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