Politik : Ministerium widerspricht: Arzneiausgaben steigen nicht

-

Berlin Der Trend sinkender Ausgaben bei Arzneimitteln ist nach Angaben der Bundesregierung trotz anderer Darstellungen ungebrochen. Das zeigten die Zahlen für die ersten zehn Monate dieses Jahres eindeutig, sagte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Berlin. Sie widersprach damit einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, wonach die gesetzlichen Krankenkassen trotz Praxisgebühr und höherer Zuzahlungen mehr für Arzneimittel ausgeben müssten. Die seit Januar wirksame Gesundheitsreform habe bei den Arzneimitteln „deutliche Einsparungen“ gebracht, sagte die Sprecherin. Die Ausgaben seien von Januar bis Oktober im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 2,1 Milliarden Euro gesunken.

Unter Berufung auf Berechnungen der Ortskrankenkassen hatte der „Spiegel“ berichtet, die Pharmaproduzenten trieben die Ausgaben durch größere Packungen in die Höhe. So hätten die Ärzte im ersten Halbjahr 2004 zwar 4,8 Prozent weniger rezeptpflichtige Medikamente verschrieben als in der ersten Jahreshälfte 2003. Die Zahl der Tagesdosen habe aber um 2,1 Prozent zugenommen. Eine interne Analyse der Krankenkassen habe ergeben, dass Hersteller und verschreibende Ärzte durch „fantasievolles In-den-Handel-Bringen neuer Packungsgrößen“ den Medikamentenkonsum steigerten.

Laut Ministerium ist die Zahl rezeptpflichtiger Packungen in den ersten drei Quartalen um mehr als zehn Prozent gesunken. „Zwar werden vermehrt Großpackungen verschrieben, diese sind aber beispielsweise bei chronisch Kranken sinnvoll und verbilligen die Tagestherapiekosten“, argumentierte die Sprecherin.dpa

» Mehr Politik? Jetzt Tagesspiegel lesen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben