Politik : Ministerpräsidentenwahl: Clemens wiedergewählt - Gehorsam, auf Zeit (Kommentar)

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Mit Clements Wahl endet das bemerkenswerte Theaterstück von einem, der auszog, die Grünen das Fürchten zu lehren. Die Grünen haben den Lehrmeister gewählt. Aber sie wissen am besten, dass Clements Traum von einer anderen Koalition nicht ausgeträumt ist. Seine ordnungsgemäße Wahl zum Ministerpräsidenten ist ein Aufatmen zwischendurch, bei dem alle so tun, als wäre nicht viel passiert. Bei den Grünen haben sich auch die Kritiker der Koalitionsraison gebeugt. Es ist aber ganz unwahrscheinlich, dass nun die harmonische Regierungsarbeit beginnt. Dafür garantieren schon die beiden Jürgen auf den Oppositionsbänken. Weder Rüttgers noch Möllemann ist geneigt, den Fraktions-Job für das Ende der Laufbahn zu halten - mit welcher Berechtigung auch immer. Sie werden tun, was sie können, um das bundespolitische Interesse an den nordrhein-westfälischen Verhältnissen wach zu erhalten. Vor allem Möllemanns Potenzial ist da beträchtlich. Und Clement? Beide Koalitionspartner wissen, dass die SPD vor Ablauf der fünf regulären Regierungsjahre Sollbruchstellen suchen könnte. Die Düsseldorfer Vereinbarung enthält genügend Unklarheiten. Und Schröders Drängen auf Rot-Grün in NRW gilt nur bis zur Bundestagswahl 2002.

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