• Minsterpräsident Stoiber hat 1987 angeblich das Geschäft angebahnt - doch von verborgenen Geldflüssen habe er nichts gewusst

Politik : Minsterpräsident Stoiber hat 1987 angeblich das Geschäft angebahnt - doch von verborgenen Geldflüssen habe er nichts gewusst

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) hat nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" 1987 den Verkauf von Airbus-Flugzeugen an die DDR mit angebahnt. Stoiber habe nach eigenen Angaben aber nicht gewusst, dass dabei Provisionen in Höhe von 16 Millionen Mark geflossen seien, berichtete die Zeitung am Freitag. Die bayerische Staatskanzlei bestätigte indirekt die Angaben des Blattes im Wesentlichen; ein Sprecher wies jedoch die Darstellung zurück, Stoiber habe seine Beteiligung an den Geschäften bislang stets bestritten und räume sie nun erst nach Vorwürfen des Waffenhändlers Karlheinz Schreiber ein.

Laut "Süddeutsche Zeitung" hatte Stoiber als Staatskanzleiminister von Ministerpräsident Franz Josef Strauß 1987 vom früheren Springer-Vorstandsvorsitzenden Peter Tamm den Hinweis erhalten, dass die DDR-Fluggesellschaft Interflug an drei Airbus-Maschinen interessiert sei. Tamm ersuchte Stoiber, die Offerte an Strauß zu vermitteln, der Aufsichtsratschef der Airbus GmbH war. Dies habe Stoiber nach Lage der Dinge getan, bestätigte die Staatskanzlei: "Wenn Herr Tamm das so sagt, dann wird es wohl so gewesen sein." Mehr habe Stoiber aber nicht unternommen. Das 1988 mit der wirtschaftlich bereits schwer angeschlagenen DDR abgeschlossene Geschäft hatte ein Volumen von 220 Millionen Mark. Wie die Zeitung unter Berufung auf frühere Airbus-Aufsichtsratsmitglieder berichtet, wurden die Provisionen für Strauß in kanadischen Immobilien angelegt. Im Zusammenhang mit Provisionen für den Verkauf von Airbus-Flugzeugen ermittelt derzeit die Staatsanwaltschaft gegen den Strauß-Sohn Max.

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