Politik : Missbrauch: Ministerin drängt Kirche

München - Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) hat die katholische Kirche aufgefordert, einen konkreten Vorschlag zur Entschädigung von Opfern sexuellen Missbrauchs vorzulegen. Dies „wäre ein Signal für die Betroffenen“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger der „Süddeutschen Zeitung“. Die katholische Kirche könne „als am stärksten betroffene Institution Dynamik in die Debatte bringen“.

Zugleich appellierte die Ministerin an die Bischöfe, keine eigenen Wege zu gehen, sondern sich an einem gemeinsamen Fonds zu beteiligen. Die Sorge sei groß, „dass verschiedene Institutionen und Organisationen einzelfallbezogene Lösungen suchen“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger weiter. Der Runde Tisch zum Kindesmissbrauch müsse einen Vorschlag verabschieden, der „gemeinsame Standards beinhaltet“. Ziel sei eine „Gesamtlösung in der Entschädigungsfrage“ mit konkreten Hilfen für die Betroffenen.

Die familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär (CSU), kritisierte die Aufforderung an die katholische Kirche. „Belehrungen“ würden in der Sache nicht helfen. Sie schadeten vielmehr der Diskussion. Auch in so renommierten Reformschulen wie der Odenwaldschule habe es Missbrauchsfälle gegeben. AFP

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