Politik : Missverstanden

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Zum Thema Online Spezial: Terror und die Folgen
Themenschwerpunkte: Krieg - Afghanistan - Bin Laden - Islam - Fahndung - Bio-Terrorismus
Fotostrecke: Der Krieg in Afghanistan Es hätte so gut ins Bild gepasst. Auf der einen Seite die Amerikaner, die über Afghanistan ihre Bomben abwerfen und auf der anderen ein Friedensnobelpreisträger, der den Haudegen ins Gewissen redet. Also verbreiteten am Donnerstag fast alle deutschen Medien folgende Agentur-Meldung: "Kofi Annan fordert baldiges Ende des Krieges". Ausdrücklich, hieß es, habe der UN-Generalsekretär ein Ende der Angriffe gefordert, nicht nur eine Unterbrechung. Niemandem schien es verdächtig, dass Annan sich so im Widerspruch zu seinem eigenen Sicherheitsrat befinden würde, der den Kampf gegen den Terror einstimmig gebilligt hatte. Dabei hätte ein Anruf bei der Uno genügt, um die Wahrheit herauszufinden. Dort heißt es: Annan wünsche sich, in voller Übereinstimmung mit den USA und Großbritannien, dass die Militär-Aktionen möglichst bald beendet würden. Er setzt sich nicht für eine Unterbrechnung der Angriffe ein, statt dessen warnt er vor einem Auseinanderfallen der Anti-Terror-Koalition. Bei der Agentur, die die Falsch-Meldung verbreitet hatte, sagte der zuständige Redakteur, er habe die Sätze Annans als Parteinahme gegen den Krieg interpretiert und deshalb das Wort "appeal" mit "fordern" übersetzt. Warum auch nicht? Es hätte halt gut ins Bild gepasst.

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