Politik : Mit begrenzten Möglichkeiten

Nach dem arabischen Gipfel hat Mubarak eine schwierige Rolle

Andrea Nüsse[Amman]

Es hätte so schön sein können. Der ägyptische Präsident Hosni Mubarak wirft bei seinem Besuch in Berlin und Paris am Dienstag und Mittwoch das Gewicht der gesamten arabischen Welt in die Waagschale. Er hätte verkünden können, dass die arabischen Regierungen Saddam Hussein den Ernst der Lage und die absolute Notwendigkeit zu besserer Kooperation mit allen Mitteln klar machen werden. Damit hätten sie die französisch-deutsche Forderung ergänzt und gestärkt. Nun kommt ein geschwächter Mubarak nach Europa, der seinen eigenen Vorschlag für einen arabischen Sondergipfel Ende Februar in Kairo nicht durchsetzen konnte. Gescheitert ist dies an den zu unterschiedlichen Ansichten der arabischen Staaten zur Irak-Krise.

So kann Mubarak in Berlin und Paris eigentlich nur für sich allein sprechen. Aber auch seine eigene Position ist schwierig. Zwar hat Mubarak von Anfang an in starken Worten vor den verheerenden Folgen eines Irak-Kriegs gewarnt. Und er hat klargestellt, dass Ägypten sich nicht an einem Feldzug gegen Bagdad beteiligen würde. Allerdings wird ägyptisches Territorium von den Amerikanern für einen Krieg auch nicht gebraucht, weil es zu abseits liegt. Doch in den vergangenen Wochen hat es zahlreiche Hinweise gegeben, dass Ägypten am Ende doch die amerikanische Position übernehmen könnte.

So machte der Mubarak nahe stehende Ibrahim Saada in der Zeitung „Achbar al Yaum" das Verhalten des irakischen Staatschefs Saddam Hussein für die jetzige Situation verantwortlich. Mubarak selbst warnte öffentlich davor, dass ein Krieg bevorstehe, falls der Irak nicht besser mit den Inspekteuren zusammenarbeite.

Ägyptische Kommentatoren sehen diese neue Linie als einen Beweis dafür, dass Ägypten einen Krieg für unvermeidlich hält und sich daher nicht im falschen Lager der radikalen arabischen Kräfte wiederfinden möchte. Seine führende Rolle als Vermittler zwischen der arabischen Welt und den USA sowie Israel sähe Mubarak ansonsten bedroht. Doch nun haben einige europäische Staaten mit ihrem hartnäckigen Widerstand dem ägyptischen Präsidenten einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er kann sich nun kaum darauf berufen, dass sowieso niemand den Krieg verhindern könne und man sich daher besser auf die Seite der USA stelle.

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