Mit deutschem Pass : Zahl der Einbürgerungen zurückgegangen

Die meisten Einbürgerungen 2014 in Deutschland betrafen wie in den Vorjahren türkische Staatsbürger. Doch insgesamt ist die Zahl der Einbürgerungen leicht zurückgegangen.

von
Einbürgerungsfeier. Nicht immer ist die Einbürgerung mit solch einem Zeremoniell wie hier in Hannover verbunden, wo auch dieser Mann aus Kamerun seine Urkunde erhielt.
Einbürgerungsfeier. Nicht immer ist die Einbürgerung mit solch einem Zeremoniell wie hier in Hannover verbunden, wo auch dieser...Foto: Julian Stratenschulte/dpa

108.420 Ausländerinnen und Ausländer wurden im Jahr 2014 in Deutschland eingebürgert. Das waren 3900 Einbürgerungen oder 3,5  Prozent weniger als im Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mit. Bezogen auf den Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre waren das rund 2 Prozent weniger.  

Aber die Entwicklung verlief in den Bundesländern sehr unterschiedlich. Während es 2014 in Baden-Württemberg 4,6 Prozent mehr Einbürgerungen als 2013 gab, sank die Zahl in Nordrhein-Westfalen und in Hessen um 6,4 Prozent. In Hamburg ging die Zahl der Einbürgerungen im Jahr 2014 um 840 Fälle zurück, nachdem sie im Vorjahr um knapp 1 600 Fälle angestiegen war. In Berlin wurden im vergangenen Jahr 6539 Menschen eingebürgert. Diese Zahl lag im Bereich des Durchschnitts der vergangenen Jahre. Deutlich zurück ging bundesweit die Zahl derjenigen, die eingebürgert wurden und einen Wohnsitz im Ausland haben (600 Fälle weniger beziehungsweise minus 18,5 Prozent).

Die Einbürgerungen aus den Mitgliedsländern der Europäischen Union sind gegenüber dem Vorjahr um 2900 Fälle, das entspricht 12,3 Prozent, angestiegen. Das hängt vor allem mit der deutlichen Zunahme der Fälle aus Kroatien zusammen. So stiegen allein diese Einbürgerungen um 2180, was einem Plus von 126,6 Prozent entspricht. Dagegen sind die Einbürgerungen aus den Kandidatenländern der EU um 18,2 Prozent zurückgegangen. Dies war, wie das Statistische Bundesamt erklärt, jedoch wie schon in den Vorjahren fast ausschließlich die Folge der rückläufigen Zahl der türkischen Einbürgerungen. Sie sank um 19,7 Prozent. Auch aus den verbleibenden europäischen Ländern wurden 12,9 Prozent weniger Personen eingebürgert als 2014. So verringerten sich allein die Einbürgerungen aus der Ukraine um 1400 (minus 30,8 Prozent) gab.

Die Liste der am häufigsten eingebürgerten Staatsangehörigkeiten wird wie in den Vorjahren von türkischen Staatsbürgern angeführt. So erhielten 22 500 türkische Staatsbürger einen deutschen Pass. Es folgten Personen aus Polen (5900 Fälle), Kroatien (3900 Fälle) und dem Kosovo (3500 Fälle). 

Das ausgeschöpfte Einbürgerungspotenzial – also das Verhältnis von erfolgten Einbürgerungen zur Zahl jener Ausländerinnen und Ausländer, die seit mindestens zehn Jahren in Deutschland leben und damit alle Voraussetzungen erfüllen – betrug im Jahr 2014 durchschnittlich 2,2 Prozent. Staatsbürger aus den Mitgliedsländern der EU weisen dabei traditionell unterdurchschnittliche Werte auf – mit Ausnahme von Bulgarien und Rumänien.

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben