Politik : Mit Gaddafi in Sicherheit

cvm

Saif Gaddafi, der Sohn des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi, hat mit Afghanistans Übergangsregierung eine Vereinbarung erzielt, nach der Libyen Araber und ihre Familien aus Afghanistan ausfliegen darf. Dabei handele es sich nicht um arabische Kämpfer des Al-Qaida-Netzwerkes, betonte ein Sprecher der von Saif Gaddafi, dem "Ingenieur", geleiteten Gaddafi-Stiftung für Wohltätigkeit, im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Die ersten 44 Männer, Frauen und Kinder seien am vergangenen Donnerstag nach Tripolis gebracht worden, wo ihnen Wohnung und Arbeitsplätze angeboten werden. Weitere Flüge zur Rettung von bis zu 300 Menschen seien geplant. Bürger arabischer Herkunft seien in Afghanistan seit dem Sturz des Taliban-Regimes bedroht, weil sie generell verdächtigt werden, in Kontakt mit dem Terrornetzwerk von Osama bin Laden zu stehen. Der Sprecher sagte, nach der sowjetischen Invasion 1979 seien Libyer und andere Araber nach Afghanistan gegangen, um sich dem Freiheitskampf der Mujaheddin anzuschließen. Viele hätten Afghaninnen geheiratet und seien geblieben. Sie auszufliegen und in Libyen aufzunehmen, sei eine humanitäre Aufgabe wie seinerzeit die Vermittlung der Freilassung deutscher Geiseln auf der Philippinen-Insel Jolo. Staatschef Gaddafi habe sich Ende November dafür entschieden und seinen Sohn beauftragt. Nach dem 11. September habe er das Recht der USA anerkannt, sich gegen Al Qaida zu verteidigen. Libyen toleriere weder islamischen Fundamentalismus noch den Hass auf andere Kulturen.

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