Politik : Mit neuem Anstrich

I.K.

Qualität wird sich letztendlich durchsetzen. Davon ist Peter Neri, Geschäftsführer der Firma Keimfarben im bayerischen Diedorf, überzeugt. „Wir werden den Auftrag, das Pentagon zu streichen, trotzdem bekommen. Die Mehrzahl der Abgeordneten weiß unsere Farben zu schätzen“, sagt er. Der Abgeordnete Steve LaTourette aus Madison, Ohio, sieht das anders. Er will das US-Angebot an die deutsche Firma platzen lassen. 1,1 Millionen Dollar hätte Keimfarben für den Auftrag angeblich bekommen. LaTourette kritisiert, die Firma ChemMasters aus seinem Heimatstaat Ohio sei trotz eines billigeren Angebots nicht zum Zug gekommen. Seit 100 Jahren schwört das Pentagon nach eigenen Angaben auf das deutsche Produkt. Die günstigere Farbe aus Ohio sei technisch nicht vergleichbar und noch nicht ausreichend erprobt, heißt es dort. Doch wie gut das Image des deutschen Produkts auch sein mag, das schlechte Image der Deutschen in den USA scheint LaTourette in die Hände zu spielen: Inzwischen soll die Entscheidung für Keimfarben überprüft werden.

Erst im vergangenen Jahr hat die deutsche Firma mit dem Anstrich des Weißen Haus begonnen. Ob dieser Auftrag beendet werden kann, ist unklar. „Das hängt wohl von den politischen Ressentiments ab“, sagt Neri.

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