Politik : MKS: Höhepunkt der Epidemie in England erreicht?

Britische Experten gehen davon aus, dass der Höhepunkt der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Großbritannien diese Woche erreicht sein wird. Das teilte ein EU-Kommissionssprecher am Dienstag in Brüssel mit, wo zuvor der ständige EU-Veterinärausschuss zusammengekommen war. Die Experten berieten über eine mögliche Verlängerung des Importverbots für Fleisch und Milchprodukte aus Großbritannien. Nach Angaben des Sprechers könnte auch ein EU-weites zweiwöchiges Verbot von Tiermärkten beschlossen werden. Nach dem Ausbruch der Seuche hatte London sämtliche Fleischexporte am 21. Februar verboten. Gleichzeitig hatte die Europäische Union ein Embargo für britisches Fleisch in Kraft gesetzt, das nach einer ersten Verlängerung bis zum 9. März gilt. In Großbritannien waren am Dienstag 74 Betriebe von der Maul- und Klauenseuche betroffen. Dort wurden bereits mehr als 60 000 Schafe, rund 10 000 Kühe und 2000 Schweine getötet.

Hintergrund:
Sicherheitsvorkehrungen aus Angst vor Maul- und Klauenseuche

In Deutschland bleibt die Lage ungeachtet der Entwarnung bei einem Verdachtsfall in Brandenburg gespannt. Kontrolleure suchten auch am Dienstag nach verseuchtem Frischfleisch von Klauentieren aus Großbritannien - in Schleswig- Holstein stellten sie 33 Tonnen Fleisch sicher. Ein Sprecher des Agrarministeriums in Kiel sagte, es habe sich meist um Schweinefleisch gehandelt. Es soll zu Tiermehl verarbeitet und verbrannt werden. Von den 292 Tonnen Schweinefleisch britischer Herkunft, die über Hamburger Zerlegebetriebe in mehrere Bundesländer gingen, wurden offenbar rund 150 Tonnen an zehn Betriebe in Schleswig-Holstein geliefert. Das Fleisch sei zu Wurstwaren verarbeitet worden. Am Montag war in Hessen und Hamburg Frischfleisch sichergestellt worden. Für Donnerstag hat Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) wegen des drohenden Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche den nationalen Sicherheitsrat auf Ebene der Staatssekretäre nach Bonn einberufen.

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