Mobiles Internet : Apple und Google müssen Datenschutz bei Apps verbessern

Ein Gerichtsentscheid zwingt die größten App-Store-Betreiber in den USA zu mehr Datenschutz. Präsident Obama sprach sich zudem für eine Datenschutz-Charta für Internetnutzer aus.

Schärfere Regeln für den App-Store.
Schärfere Regeln für den App-Store.Foto: dpa

Apps für Smartphones und Tablets dürfen keine heimlichen Datensauger mehr sein. Die kalifornische Generalstaatsanwältin Kamala Harris setzte bei den sechs größten App-Store-Betreibern wie Apple und Google schärfere Datenschutz-Regeln durch. Davon würden auch Nutzer in anderen Ländern profitieren, betonte sie.

Harris verkündete am Mittwoch eine Vereinbarung mit Apple als Betreiber des App-Store für iPhone und iPad, Google mit seiner Android-Plattform, Microsoft, dem Blackberry-Anbieter RIM, Hewlett-Packard sowie Amazon. Demnach müssen künftig alle Apps strengere Datenschutz-Standards erfüllen. Dazu gehört vor allem, dass der Nutzer darüber aufgeklärt wird, welche Daten von ihm gesammelt werden und was damit geschieht.

Bislang passiere dies nur in den seltensten Fällen, betonte Harris. Zudem müssen die Plattform-Betreiber einen Kanal für Nutzer-Beschwerden über mangelnden Datenschutz einrichten. In einem halben Jahr will sie mit den beteiligten Unternehmen über die bis dahin vorgenommene Umsetzung der neuen Vorgaben sprechen.

Datenschutz-Debatte beim Tagesspiegel
Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff eröffnete den "Transatlantischen Dialog", den die Zeitung gemeinsam mit der US-Botschaft in Berlin veranstaltet. Das Thema des ersten Konferenzabschnitts: "Gesetze und Werte: Was Amerikaner und Deutsche unter Privatsphäre verstehen".Weitere Bilder anzeigen
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Erst kürzlich war aufgeflogen, dass die App des Online-Netzwerks Path die Adressbücher von iPhones anzapfte und die Daten zum Server des Unternehmens übertrug - ohne Wissen des Nutzers. Auch weitere Apps gerieten nachfolgend in Verruf. Apple kündigte an, den Zugriff auf Kontaktlisten künftig nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des
Nutzers zu ermöglichen.

Außerdem will das Weiße Haus die Datenschutz-Bestimmungen in den USA insgesamt verschärfen, die bislang deutlich lascher als etwa in Europa sind. Die Verbraucher sollen unter anderem mehr Kontrolle über ihre Daten bekommen. Außerdem sollen Unternehmen verpflichtet werden, nur solche Informationen abzugreifen, die für das Funktionieren ihrer Dienste notwendig sind. Dem „Wall Street Journal“ zufolge stimmten Internet-Schwergewichte wie Apple und Google bereits zu, Nutzern den Verzicht auf sogenannte „Tracking-Cookies“ zu ermöglichen - das sind Software-Elemente, mit denen ihr Weg im Internet nachverfolgt werden kann.

Zuletzt hatten es in den USA Datenschutz-Debatten unter anderem rund um das soziale Netzwerk Facebook und den Internetriesen Google gegeben. „Die amerikanischen Verbraucher können nicht länger auf klare Regeln warten, die garantieren, dass ihre persönlichen Informationen online sicher sind“, erklärte US-Präsident Barack Obama. Das Vertrauen der Nutzer sei „unabdingbar für das weitere Wachstum der digitalen Wirtschaft“.
Akzeptiert wollen die Datenschutz-Charta den Angaben zufolge unter anderem Google, Microsoft, Yahoo und AOL. Überwacht werden sollen die Regeln demnach von der für Verbraucherschutz zuständigen Behörde FTC. (dpa, AFP)

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