Politik : Mobilisierungsfalle

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Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Jetzt, zu Beginn des Wahlkampfes, ist viel von Mobilisierung die Rede. Allerdings versteht jede Partei darunter etwas anderes: Bei der Union ist es der gezielte Einsatz von Mobiltelefonen. Das Spitzenpersonal von CDU und CSU bekommt fast täglich aktuelle Sprachregelungen per SMS aus der Wahlkampfzentrale aufs Mobilfon gebeamt. Damit niemand Unsinn redet oder wenigstens alle den gleichen. Das Spitzenpersonal soll extra eine Schulung in Handy-Benutzen und SMS-Lesen erhalten haben, da der Umgang mit modernster Technik für Konservative nicht immer selbstverständlich ist. Auch bei der FDP läuft die Mobilisierung prächtig. Das Guidomobil, der Wahlkampfbus des Parteivorsitzenden, hat die Abnahme des TÜV bestanden, und somit dürfte im Wahlkampf nichts mehr schief gehen. Nur die SPD hat noch immer ein Mobilisierungsproblem. Denn die Genossen verstehen darunter – ganz altmodisch – die Kampfbereitschaft des Parteivolks. Das aber will noch nicht in die Fußgängerzonen, um dort gemeinsam mit dem Bürger Würstchen zu wenden.

Hoffnung keimte auf, als sich Unterstützergruppen bildeten, die „Unternehmer für Schröder“ oder „Senioren für Schröder“ heißen. Aber dann musste man feststellen, dass Unternehmer und Senioren weder Würstchen wenden wollen, noch Plakate kleben. Doch jetzt scheint die Rettung in Sicht.

Sie kommt aus Niedersachsen und heißt: „Lippe für Schröder". „Wir möchten, dass ein Lipper Bundeskanzler bleibt“, so der Aufruf aus der Geburtsregion des SPD-Chefs. Vielleicht der entscheidende Vorteil. Die Menschen in Oberaudorf haben Edmund Stoiber eine ähnliche Unterstützung bislang verwehrt. Markus Feldenkirchen

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