Mögliches Strafverfahren : Hamburger Ex-Senator leistete Sterbehilfe

Hamburgs früherer Justizsenator Roger Kusch hat nach eigenen Angaben einer älteren Frau am Samstag Sterbehilfe geleistet. Die von ihm entwickelte "Selbsttötungsmaschine" sei dabei aber nicht zum Einsatz gekommen.

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Roger Kusch bei der Demonstration seiner "Selbsttötungsmaschine". -Foto: dpa

HamburgKusch habe in Süddeutschland der sterbewilligen Frau bei ihrem Vorhaben geholfen, sagte Kusch-Sprecher Guy Seidel am Sonntag. Dabei sei die von dem Juristen entwickelte "Selbsttötungsmaschine" aber nicht zum Einsatz gekommen. Über die näheren Umstände der Sterbehilfe wollte Kusch am Montag bei einer Pressekonferenz in Hamburg informieren. "Ob das strafbar war, was Kusch getan hat, muss die zuständige Staatsanwaltschaft prüfen", erklärte der Sprecher der Hamburger Justizbehörde, Thorsten Fürter.

Der Ex-Senator hatte im März angekündigt, er wolle mit einer "Selbsttötungsmaschine" Schwerkranken auch in Deutschland einen selbst gewählten Weg in den Tod ermöglichen. Beim ersten Einsatz wolle er persönlich dabei sein. Er gehe aber auf jeden Fall davon aus, dass es anschließend ein Strafverfahren gegen ihn geben werde. Kusch war während seiner fünfjährigen Amtszeit vor allem durch Affären und Alleingänge aufgefallen, bis ihn Bürgermeister Ole von Beust (CDU) im März 2006 feuerte. (imo/dpa)

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