Politik : Möllemanns Herbsttournee: Mümmelmann for President (Glosse)

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Der "Riesenstaatsmann Mümmelmann", wie Strauß selig den Herrn Möllemann mal nannte: Gerade hat er angekündigt, FDP-Vorsitzender werden zu wollen, da zieht er sich - gerade noch rechtzeitig - wieder zurück. Clever gemacht, denn das ist bei ihm Taktik, keine Frage. Die Republik redet über ihn, der amtierende Parteichef Wolfgang Gerhardt reagiert öffentlich auf ihn - und alles scheint ihn seinem Ziel näher zu bringen: Möllemann will erster Kanzlerkandidat der FDP werden. Ist nicht auch ein Möllemann eingebunden immer noch besser als ein Möllemann ungebunden? Zumal die Partei, auch wenn sie es nicht offen zugeben wird, so allmählich schon seinem "Programm" folgt. Das Projekt 18, das der auf Landesebene erfolgreiche Wahlkämpfer den Delegierten des letzten Bundesparteitags vorstellte, wird inzwischen von der Führung gewissermaßen adoptiert. Die "virtuelle Plattform 2.2" im Internet, mit deren Hilfe das Programm der Freien Demokraten für die Wahl 2002 entstehen soll, klingt verfremdet, erinnert aber doch an Möllemanns Plan der "virtuellen Werkstatt". Nur so laut sagen will es keiner. Denn das ist klar: Programm und Kandidat sollen gemeinhin zusammenpassen. Und bis jetzt passt alles auf ihn. Doch weiß andererseits natürlich keiner, wer die FDP im Internet zu was auffordern wird, was der Parteispitze vielleicht noch eine Chance für andere Konstellationen lässt. Doch hat Möllemann auch dafür vorgebaut: Er will ein Team aufbauen, weil nicht "einer versuchen sollte, alles zu machen"; nicht einmal er. Was wohl dem einstigen Kanzlerkandidaten Strauß dazu einfallen würde?

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