Mohammed-Karikaturist Lars Vilks : Attentat als Kunst

Es war nicht das erste Mal, dass Lars Vilks angegriffen wurde. Wer ist der Mohammed-Karikaturist, dem vermutlich die Schüsse in Kopenhagen galten?

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Der schwedische Künstler Lars Vilks in seinem Haus in Schweden im Jahr 2010.
Der schwedische Künstler Lars Vilks in seinem Haus in Schweden im Jahr 2010.Foto: dpa

Feinfühligkeit ist seine Stärke nicht. Lars Vilks ist ein Mann fürs Grobe, Starke, Laute. Seine künstlerischen Fähigkeiten bezeichnet er selbst als begrenzt. Die Zeichnungen des Propheten Mohammed als “Kreisverkehrshund”, die 2007 in der schwedischen Zeitung “Nerikes Allehanda” veröffentlich wurden, sind von eher krakeliger Qualität. Der 58-Jährige gehört zur schwedischen Konzeptkunst-Bewegung, ihm geht es mehr um die Aussage als die Ausführung.

Dabei ist er auch mit seiner eigenen Kunst nicht zimperlich: Als seine berühmte monumentale, illegal errichtete Treibholzskulptur “Nimis” im südschwedischen Naturschutzgebiet Kullaberg von Stürmen zerstört wurde und später Brandanschlägen ausgesetzt war, sah er das als Teil seiner Kunst: “Ein Kunstwerk wird umso besser, je öfter es niedergebrannt wird”, so Vilks. “Denn das vermittelt ja den Eindruck, dass es etwas bedeutet.”

Bedeutung wurde ihm in den letzten Jahren demzufolge fast ständig verliehen: von versuchten Anschlägen über einen direkten Angriff während einer Vorlesung an der Universität Uppsala bis zum Mordkomplott der US-amerikanischen Islamkonvertitin “Dschihad Jane” im Jahr 2010. Fast schien er die Aufmerksamkeit nach dem Attentat am Samstag zu genießen: Er ist überzeugt, dass sich der Anschlag gegen ihn richtete. Ganz cool blieb er aber dennoch nicht: Als die ersten Schüsse fielen, versteckte er sich mit der Organisatorin der Veranstaltung im Kühlraum des Kulturhauses “Krudttønde”.

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