Politik : Mord an Jakob: Es war Geldgier

Mutmaßlicher Täter sagte aus, wie er den 11-jährigen Jungen in seine Wohnung lockte und tötete / Prozess soll im März beginnen

Jürgen Schreiber

Berlin . Der Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des Schülers Jakob von Metzler beginnt voraussichtlich im März vor dem Frankfurter Schwurgericht. Nach Informationen des Tagesspiegels ist Magnus G. inzwischen von dem Psychiater Norbert Leygraf in der Justizvollzugsanstalt Münster untersucht worden.

In einer gepanzerten Limousine kehrte der 27 Jahre alte Student diese Woche in die U-Haft nach Weiterstadt zurück. Dort steht er unter dauernder Videoüberwachung. Nach seiner Schilderung hatte er den elf Jahre alten Jakob zwei Mal gesehen, ehe er ihn am 27. September unter dem Vorwand in seine Wohnung lockte, er wolle ihm dort die Jacke seiner Schwester geben.

Der Entführer gab an, „weit“ über seine Verhältnisse gelebt zu haben. Im Sommer habe er 6300 Euro Bankschulden gehabt. Da sei die Idee zur Tat gereift. Schon damals textete er am Erpresserbrief, in dem er eine Million Euro von der Familie Metzler forderte. G. sagte wörtlich: „Auf der einen Seite des Gehirns gab es den Plan. Auf der anderen ,Das kann ich nicht!’“ Eine Bank habe er nicht ausrauben wollen, er sei nicht der Typ mit dem Revolver. In seiner Wohnung habe er so getan, als suche er nach besagter Jacke. Dann habe er mit dem Jungen „Entführung gespielt“ und seinen „Plan abgespult“. Er habe gesagt: „Jakob, jetzt wird’s ernst“, dem Kind die Beine weggeschlagen, es zu Boden gezwungen und den Mund mit Gewebeband verklebt. G. würgte den Schreienden und Zappelnden und verschloss ihm auch noch die Nase mit Klebestreifen. Nach polizeilichen Angaben ist Jakob erstickt. G. erklärte ferner, er habe den sich Windenden „angefleht“: „Bleib doch ruhig, bleib doch endlich ruhig.“ Er trug den Toten zur Badewanne, um Spuren zu verwischen, und duschte ihn ab. Der Beschuldigte tauchte das Kind ins Wasser, prüfte, ob es noch atmete. Letzte Luft sei aus der Lunge entwichen, was er zuerst als Lebenszeichen angesehen habe. G. habe lärmend die Wohnung verlassen und getestet, ob der Junge darauf reagierte. Später habe er dann die Leiche in einem Weiher versteckt.

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