Mord an Journalistin : Ermittler im Mordfall Politkowskaja abberufen?

Im Fall der ermordeten russischen Journalistin Anna Politkowskaja soll der leitende Ermittler entlassen worden sein. Der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Nowaja Gaseta" gibt an, von dem Vorfall zu wissen - die russische Justiz dementiert.

MoskauIm Mordfall Politkowskaja hat die russische Justiz Medienberichte über eine Abberufung des leitenden Ermittlers dementiert. Bei der Aufklärung des Mordes an der Journalistin Anna Politkowskaja vor knapp einem Jahr gebe es keine personellen Veränderungen, sagte eine Justizsprecherin nach Angaben der Agentur Itar-Tass.

Zuvor hatten russische Medien berichtet, die Generalstaatsanwaltschaft habe den leitenden Ermittler ausgewechselt. "Uns ist der Wechsel bekannt", sagte der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung "Nowaja Gaseta", Dmitri Muratow, der Agentur Interfax. Die Kremlkritikerin Politkowskaja hatte für die Zeitung gearbeitet.

Mangel an Beweisen hebelt Haftbefehle aus

Gegen mehrere der zehn Verdächtigen in dem Mordfall wurden die Haftbefehle aus Mangel an Beweisen inzwischen aufgehoben. Vor einer Woche hatte Generalstaatsanwalt Juri Tschaika die "Aufklärung des Mordfalls" verkündet. Nach seinen Worten sollen Tschetschenen sowie "Staatsfeinde im Ausland" die Journalistin ermordet haben. "Die Ermittlungen sind in die Sackgasse geraten: die sorgfältig zusammengelegte Version der Fahnder ist wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen", kommentierte die Zeitung "Twoi Den".

Politkowskaja war am 7. Oktober 2006 erschossen worden. Sie hatte für die "Nowaja Gaseta" vor allem aus der Teilrepublik Tschetschenien über Menschenrechtsverletzungen durch russische und tschetschenische Sicherheitskräfte berichtet. Der Mord löste international Bestürzung aus. (mit dpa)

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