• Mord an Mosambikaner in Dessau: Generalbundesanwalt ermittelt - Ausländerbeauftragte fordert von den Bürgern mehr Zivilcourage

Politik : Mord an Mosambikaner in Dessau: Generalbundesanwalt ermittelt - Ausländerbeauftragte fordert von den Bürgern mehr Zivilcourage

Nach dem gewaltsamen Tod eines Mosambikaners im sachsen-anhaltinischen Dessau hat der Generalbundesanwalt die Ermittlungen gegen die drei Tatverdächtigen aus der rechtsextremen Szene übernommen. Die Tat sei vor dem Hintergrund der Häufung ausländerfeindlicher Anschläge dazu geeignet, die innere Sicherheit in Deutschland zu beeinträchtigen, erklärte die Bundsanwaltschaft am Freitag in Karlsruhe. Die gewaltsamen Übergriffe auf ausländischen Mitbürger erzeugten unter diesen ein Klima der Angst und ließen bei ihnen den Eindruck entstehen, sie könnten in der Bundesrepublik nicht sicher leben. Der 39-jährige Mosambikaner Adriano A. war in der Nacht zu Pfingstsonntag in Dessau brutal zusammengeschlagen worden. Drei Tage später starb der 39-jährige Familienvater an seinen schweren Verletzungen.

Die Ausländerbeauftragte der Bundesregierung, Marieluise Beck (Grüne), rief wegen des Übergriffs zu mehr Zivilcourage gegen Fremdenhass auf. Bei Gewalt gegen Ausländer in der Öffentlichkeit dürfe nicht weggesehen werden, sagte sie der Chemnitzer "Freien Presse". Zugleich forderte sie ein härteres Vorgehen gegen Rechts. Nach Einschätzung Becks ist Ausländerhass zwar kein ostdeutsches Phänomen, doch sei die Gewaltbereitschaft in den neuen Ländern deutlich höher als im Westen. Mit einem Trauermarsch gedachten mehrere hundert Bürger der Stadt Dessau des getöteten Mosambikaners. In den Trauermarsch, in dem viele Blumen und das Bild des Opfers mitgetragen wurden, reihten sich auch zahlreiche Bundes- und Landespolitiker ein, so Ministerpräsident Reinhard Höppner, die Ausländerbeauftragte des Bundes, Marie-Luise Beck, und die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesinnenministerium, Cornelie Sonntag-Wolgast.

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