Politik : Moskau: Angriff auf Gaza-Flotte ein Fall für UN

Istanbul/Jerusalem - Russland will den blutigen israelischen Militäreinsatz auf den Hilfskonvoi für den Gazastreifen vor die Vereinten Nationen bringen. Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin verurteilte am Dienstag in Istanbul den Angriff auf die Hilfsflotte, bei dem vor gut einer Woche neun Menschen getötet wurden. Die Aktion habe in internationalen Gewässern stattgefunden, und das sei „beunruhigend“, sagte Putin bei einem gemeinsamen Auftritt mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan am Rande der regionalen Sicherheitskonferenz CICA. Daher sei eine internationale Untersuchung nötig. „Wir werden diese Frage an die UN weiterleiten und arbeiten bereits daran“, sagte Putin. Er habe sich darüber auch mit Erdogan „im Detail“ beraten.

Israel kündigte indes am Dienstag die Einrichtung einer eigenen Kommission an. Auch vorher hatte es Forderungen nach einer internationalen Untersuchung des Militäreinsatzes stets abgelehnt. Die Kommission werde untersuchen, ob die Seeblockade des Gazastreifens und der Einsatz gegen die Flotte mit internationalem Recht vereinbar seien, sagte der israelische Minister ohne Geschäftsbereich, Benny Begin, im öffentlichen Rundfunk. Israelischen Medienberichten zufolge soll sich die Kommission aus Juristen und hohen Ex-Diplomaten aus Israel zusammensetzen. AFP

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