• Moskau befürchtet Anschläge auf seine Atomanlagen - offizielle Warnung vor Terror-Kommandos

Politik : Moskau befürchtet Anschläge auf seine Atomanlagen - offizielle Warnung vor Terror-Kommandos

Als Antwort auf den russischen Einmarsch in Tschetschenien rechnet Moskau mit Terroranschlägen moslemischer Rebellen auch auf russische Atomanlagen. Verteidigungsminister Igor Sergejew bestätigte zugleich am Dienstag Berichte über die Einkesselung des berüchtigten tschetschenischen Feldkommandeurs Schamil Bassajew. Der seit der Geiselnahme im südrussischen Budjonowsk von 1995 mit mehr als 120 Toten per Haftbefehl gesuchte Bassajew sei in dem Ort Goragorski rund 50 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Grosny von russischen Truppen eingeschlossen worden, meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf Sergejew. Tschetschenische Militärs hatten Berichte über die Einkreisung Bassajews bereits zuvor dementiert. Der Moskauer Menschenrechtler Sergej Kowaljow äußerte sich als eine der wenigen russischen Stimmen kritisch über den neuen Feldzug gegen die Tschetschenen.

Das Verteidigungsministerium in Moskau warnte, es gebe Hinweise darauf, dass der tschetschenische Rebellen-Kommandeur Salman Radujew Anschläge auf nukleare Einrichtungen plane. Radujew dementierte dies jedoch. Er werde nur "wichtige Militäranlagen" angreifen, meldete Interfax.

Unterdessen verstärkten sich die Anzeichen für einen möglichen russischen Vormarsch auf Grosny. Die russische Telefongesellschaft Rostelekom teilte mit, die letzten Fernsprechverbindungen mit Tschetschenien seien gekappt worden. Der Erste Stellvertretende Generalstabschef Walerij Manilow gab auf die Frage nach einem Sturm auf die Hauptstadt Tschetscheniens keine klare Antwort. Die Armee sei dazu da, "Russland vom Terrorismus zu befreien". Dafür erfülle sie bei entsprechenden politischen Entscheidungen "beliebige Aufgaben".

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