Moskau gegen Maidan : "Putinismus für immer"

Eine Russische Anti-Maidan-Bewegung bringt Zehntausende in Moskau auf die Straße. Sie demonstrieren gegen den Machtwechsel in Kiew vor einem Jahr, gegen den Westen und für Wladimir Putin.

Auch auf der Krim haben Menschen für Putin und gegen die Maidan-Bewegung demonstriert.
Auch auf der Krim haben Menschen für Putin und gegen die Maidan-Bewegung demonstriert.Foto: AFP

In Moskau sind am Samstag zehntausende Menschen gegen den Machtwechsel in der Ukraine vor einem Jahr auf die Straße gegangen. Wie die Polizei mitteilte, zogen rund 35.000 Unterstützer von Präsident Wladimir Putin durch die russische Hauptstadt. Viele Demonstranten schwenkten russische Flaggen und trugen das orange-schwarze Sankt-Georgs-Band, das auch die Separatisten in der Ostukraine als Erkennungszeichen nutzen.

"Putinismus für immer", stand auf einem Schild, das eine ältere Frau hochhielt. Ein Trupp von Kosaken zeigte ein Plakat mit der Aufschrift "Der Maidan ist eine Krankheit. Wir werden sie behandeln." Auf einem anderen Spruchband stand: "Ami, geh nach Hause - und nimm den Maidan mit." Fernsehberichten zufolge gab es ähnliche Kundgebungen auch in anderen russischen Städten.

In der Anti-Maidan-Bewegung haben sich Biker-Clubs, Kosaken, Sportler und Veteranen der Kriege in Afghanistan und Tschetschenien zusammengeschlossen. Ihr Anführer Nikolai Starikow warnte die prowestliche Opposition am Samstag, auch in Russland einen Umsturz anzuzetteln. "Versucht es erst gar nicht", sagte er im russischen Fernsehen. "Unternehmt keinerlei Versuche, in Russland für Ärger zu sorgen."

In Kiew äußern die Menschen ihre Meinung zu Wladimir Putin mit Plakaten.
In Kiew äußern die Menschen ihre Meinung zu Wladimir Putin mit Plakaten.Foto: AFP

Russland hatte nach den Massenprotesten in Kiew und dem Sturz des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch die ukrainische Schwarzmeer-Halbinsel Krim annektiert und wird von Kiew und dem Westen beschuldigt, die Aufständischen in der Ostukraine zu unterstützen.

Die russische Opposition will gegen Putin demonstrieren

In Kiew hatten am Freitag tausende Ukrainer der Opfer der Maidan-Proteste vor einem Jahr gedacht. Viele verharrten weinend und sich bekreuzigend vor den Fotos der Toten. Höhepunkt war eine zentrale Gedenkfeier auf dem Unabhängigkeitsplatz, an der auch Präsident Petro Poroschenko teilnahm.

Der Maidan, ein Jahr danach
Mit seiner Familie begab sich der ukrainische Präsident Petro Poroschenko auf den Maidan in Kiew.Alle Bilder anzeigen
1 von 8Foto: AFP
21.02.2015 11:02Mit seiner Familie begab sich der ukrainische Präsident Petro Poroschenko auf den Maidan in Kiew.

Die russische Opposition hat für den 1. März eine Massenkundgebung angekündigt. Zu der Demonstration, die sich unter anderem gegen den Konflikt in der Ostukraine richtet, hat der prominente Kreml-Kritiker Alexej Nawalny aufgerufen. Wahrscheinlich wird er aber nicht selbst daran teilnehmen können, weil er am Donnerstag zu zwei Wochen Haft verurteilt worden war. Das Gericht in Moskau begründete die Entscheidung damit, dass Nawalny eine Versammlung zur Verteilung von Flugblättern mit dem Aufruf zu der Kundgebung am 1. März in einer U-Bahnstation in der Hauptstadt organisiert habe.

Moody's stuft Kreditwürdigkeit Russlands auf Ramschniveau herab

Die US-Ratingagentur Moody's hat die die Kreditwürdigkeit Russlands auf Ramschniveau herabgestuft. Die Bonitätsnote wurde von "Baa3" auf "Ba1" gesenkt, wie die Agentur gestern mitteilte. Damit befindet sich die Bonität des Landes im sogenannten Junk-Bereich, der Anleihen als spekulativ kennzeichnet. Auch den Ausblick sieht Moody's weiter negativ.

Zur Begründung nannte Moody's den anhaltenden Ukraine-Konflikt, den Verfall des Ölpreises sowie die gegen Moskau verhängten Wirtschaftssanktionen des Westens. Mitte Januar hatte die US-Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Russlands mit Verweis auf die zu erwartende schwere Rezession von Note "Baa2" auf "Baa3" herabgestuft. (AFP)

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