Politik : Moskau kritisiert Resolution des Westens für Kosovo

-

New York/Belgrad - Die westlichen Mächte befürworten den UN-Unabhängigkeitsplan für die südserbische Provinz Kosovo und wollen im Sicherheitsrat darüber abstimmen lassen. Frankreich, Großbritannien und die USA legten am Freitag in New York einen Entschließungsentwurf vor, der den Plan des UN-Sonderbeauftragten Martti Ahtisaari in allen wesentlichen Punkten befürwortet. Der Sicherheitsrat solle sich „für ein demokratisches Kosovo mit verschiedenen Volksgruppen“ einsetzen, hieß es.

So soll das Kosovo unter internationaler Aufsicht in die Unabhängigkeit von Serbien begleitet werden. Dazu solle es einen internationalen Beauftragten für das Kosovo geben, der auch die EU vertritt. Während einer Übergangsphase von vier Monaten nach Annahme der Resolution soll eine internationale Truppe unter Nato-Führung über die Einhaltung des Beschlusses wachen. Binnen drei Monaten soll eine Verfassung für das Kosovo beschlossen werden, und nach neun Monaten sollen Wahlen stattfinden.

Serbien ist gegen den Plan. Russland, traditionell mit Belgrad verbündet, droht im Sicherheitsrat mit seinem Veto. Moskaus UN-Gesandte nannten die Resolution „keine gute Grundlage“, um das Statusproblem des Kosovo zu lösen. „Wir sind für eine Fortsetzung der Verhandlungen, um eine andere Lösung zu finden.“

Serbiens Parlament wollte am Samstagabend über die neue Regierung diskutieren, auf die sich die pro-westlichen Parteien tags zuvor geeinigt hatten. Die Reformparteien hatten nach der Einigung am Freitag verlangt, dass der Parlamentspräsident von der ultranationalistischen Serbischen Radikalen Partei (SRS) abgesetzt werde. Nikolic war erst vor wenigen Tagen gewählt worden. AFP

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben