Moskau : Neue Spuren nach Anschlag auf Flughafen

Die Ermittlungen zum Anschlag im Moskauer Flughafen Domodedowo konzentrieren sich laut einem Pressebericht auf einen ethnischen Russen.

Der Moment der Explosion, aufgenommen von einer Überwachungskamera und später gezeigt im russischen Fernsehen. Auf dem Moskauer Flughafen hat sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Bilder des Terrors.
Der Moment der Explosion, aufgenommen von einer Überwachungskamera und später gezeigt im russischen Fernsehen. Auf dem Moskauer...Foto: AFP

Moskau - Die Ermittlungen zum Anschlag im Moskauer Flughafen Domodedowo konzentrieren sich laut einem Pressebericht auf einen ethnischen Russen. Wie die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag schrieb, ist das Mitglied der islamistischen Gruppe Nogaiski Dschamaat im Nordkaukasus derzeit der Hauptverdächtige. Die Zeitung berief sich auf Angaben von Polizeibehörden, wonach der aus der südrussischen Region Stawropol stammende Verdächtige der Anstifter des Anschlags, aber auch der Selbstmordattentäter selbst sein könnte. „Kommersant“ bestätigte auch frühere Berichte, wonach der Anschlag vom Montag im Zusammenhang mit einer Explosion am Silvesterabend in Moskau stehen könnte. Berichten zufolge bereitete damals eine Selbstmordattentäterin einen Anschlag auf dem Roten Platz vor, als eine SMS mit Glückwünschen zum neuen Jahr ihren Sprengsatz versehentlich auslöste. Dem Bericht zufolge könnten die Frau ebenso wie ein sie begleitendes Mädchen von Mitgliedern von Nogaiski Dschamaat mit Drohungen gegen ihre Kinder zu der Reise nach Moskau gezwungen worden sein. Demnach war womöglich der nun Verdächtigte selbst der Urheber der Drohungen.

Die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ berichtete unter Berufung auf die Untersuchungskommission für das Transportwesen, die Polizei am Moskauer Flughafen Domodedowo habe systematisch Schmiergeld von ausländischen Passagieren erpresst. Bevorzugte Opfer waren Arbeitsmigranten aus Zentralasien. Der Flughafenverwaltung wird Nachlässigkeit bei der Sicherheit vorgeworfen. AFP

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