Politik : Motor SPD

Robert von Rimscha

Foto: Rückeis / Montage: DP

HINTER DEN LINDEN

Den Zauderern und Zweiflern unter den Anhängern der SPD muss man eine Fernreise empfehlen. Wer die Linden weit hinter sich lässt und sich zu den Palmen aufmacht, nach Bali beispielsweise, den erwartet dort nicht nur klimatische Wärme, sondern auch solche für die geschundene Parteiseele. In Bali nämlich baut man noch auf die Dynamik der Sozialdemokratie. Dort ist die SPD die Inkarnation von Fortschritt, Zuversicht, Beweglichkeit, Vorankommen. Vor jedem zehnten Haus baumelt ein Holzschild, auf dem steht: „SPD Motor!“ In Bali ist die SPD keine Partei, die sich von oben den 18 Prozent annähert, sondern eine, die von unten an den 80 Prozent kratzt. Ja, so ist es. Gut, „SPD“ steht dort natürlich nicht für „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“. SPD ist die um ihre Vokale bereinigte Kurzform des Wortes „sepeda“, und ein „sepeda motor“ ist nichts anderes als das gebräuchliche Moped, das beliebteste Fortbewegungsmittel also. Doch immerhin. Bali: Eine Insel, auf der SPD noch mit Technik, Vorwärtsdrang, Beschleunigung gleichgesetzt wird. CDU-Schilder fehlen dagegen völlig.

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