Mounir al Motassadeq : Der Freund der Todespiloten des 11. September

Mounir al Motassadeq geriet nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 schnell in das Visier der Ermittler.

Hamburg (19.08.2005, 11:44 Uhr) - Der Marokkaner war ein Freund von Mohammed Atta, dem Anführer der Todespiloten, den er beim Studium der Elektrotechnik an der Technischen Universität (TU) Hamburg-Harburg kennen gelernt hatte.

Die Bundesanwaltschaft beschreibt Motassadeq als «einen radikalen Muslim, der den gewaltsamen Heiligen Krieg (Dschihad) suchte» und als «Statthalter» einer Hamburger Terrorzelle die Anschlagspläne verschleierte und unterstützte. Die Verteidigung dagegen sieht in dem heute 31-Jährigen einen «fleißigen, zielstrebigen Studenten», der ohne Kenntnis der Terrorpläne Freunden Gefälligkeiten erwiesen habe, wie sie unter Arabern üblich seien.

In der Neuauflage des Prozesses gegen ihn hat der Marokkaner, den Zeugen als «nett, höflich und zurückhaltend» charakterisierten, beharrlich geschwiegen. Im ersten Verfahren hatte er den Aufenthalt in einem Ausbildungslager der Al Qaida in Afghanistan eingeräumt, dennoch aber seine Unschuld beteuert. Damals sei ihm kein Wort geglaubt worden, begründeten Motassadeqs Verteidiger das Schweigen ihres Mandaten im zweiten Prozess.

Motassadeq wuchs in Marrakesch auf. 1993 kam er zum Studium nach Deutschland, wo er zunächst in Münster Deutsch lernte. Im Wintersemester 1995/96 erhielt er einen Studienplatz an der TU Harburg. Der fromme Muslim ist mit einer Russin verheiratet und hat zwei Kinder.

Das Hamburger Verwaltungsgericht hat ein Studienverbot für den Marokkaner verfügt. Die Innenbehörde beschloss die Ausweisung Motassadeqs im Falle eines Freispruchs. Er sollte nur noch für die Dauer des Prozesses in der Hansestadt geduldet werden. Nach der erneuten Verurteilung muss er nun wieder ins Gefängnis. (tso)

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