Politik : Mubarak gewinnt Wahl in Ägypten

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Kairo Präsident Husni Mubarak hat die erste ägyptische Präsidentenwahl, bei der mehrere Kandidaten angetreten waren, haushoch gewonnen. Wie das Wahlkomitee am Freitagabend in Kairo bekannt gab, erhielt Mubarak 88,5 Prozent der Stimmen. Damit hat er nun ein Mandat für weitere sechs Jahre. Der ägyptische Präsident ist 77 Jahre alt und steht bereits seit 24 Jahren an der Spitze des arabischen Landes. Laut Wahlkomitee entfielen rund 7,6 Prozent der Stimmen auf den Vorsitzenden der erst im vergangenen Jahr zugelassen liberalen Al-Ghad-Partei, Eiman Nur, der damit auf dem zweiten Platz landete. Den dritten Platz belegte Noaman Gomaa von der konservativen Partei Al-Wafd. Die anderen sieben Kandidaten erhielten alle nur wenige Tausend Stimmen. Es war das erste Mal, dass Mubarak Konkurrenz zuließ. Bisher hatte er sich lediglich alle sechs Jahre per Referendum im Amt bestätigen lassen.

Zur Wahl gingen nach offiziellen Angaben ohnehin nur 23 Prozent der registrierten Wähler. Auf die Gesamtbevölkerung gesehen haben allerdings nur etwa zehn Prozent de Ägypter gewählt. Bei früheren Abstimmungen war der Andrang in den Wahllokalen zum Teil noch niedriger gewesen. Die Staatsmacht hatte damals allerdings höhere Zahlen veröffentlicht, die von ägyptischen Beobachtern angezweifelt wurden.

Unterdessen gratulierte Bundeskanzler Gerhard Schröder Mubarak „von ganzem Herzen“ zur Wiederwahl. Schröder schrieb dem „lieben Freund“, dieser habe zu einem für Ägypten und die gesamte Region entscheidenden Zeitpunkt „ein überzeugendes Mandat“ zur Fortsetzung seiner Politik erhalten. So könne er die demokratischen Reformen im Innern weiterverfolgen und sich wie bisher für eine friedliche Lösung des Nahost-Konflikts einsetzen, fügte Schröder hinzu. dpa

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