Politik : Münchner Neonazis angeklagt

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Karlsruhe/München Acht Monate nach dem vereitelten Sprengstoffanschlag auf die feierliche Grundsteinlegung für das neue Jüdische Zentrum in München hat Generalbundesanwalt Kay Nehm Anklage gegen den Neonazi Martin Wiese als mutmaßlichen Kopf der Täter erhoben. Drei weiteren Beschuldigten aus dem Führungszirkel der Gruppe werde ebenfalls Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen, teilte die Anklagebehörde am Dienstag in Karlsruhe mit. Die Rechtsextremisten hätten bei ihrer geplanten Aktion den Tod von Menschen in Kauf genommen. Ein Prozesstermin steht noch nicht fest.

Der 28-jährige Wiese hatte laut Anklage im Mai 2003 beschlossen, mit einem Sprengstoffanschlag die für den 9. November 2003 angesetzte Grundsteinlegung für das geplante Jüdische Zentrum in München zu verhindern. Wiese habe die Mitglieder der Vereinigung informiert. Die Pläne wurden allerdings durch den Einsatz eines V-Mannes bekannt, woraufhin die Neonazis ihre Vorbereitungen stoppten.

Neben Wiese klagte die Bundesanwaltschaft drei Männer im Alter von 22, 24 und 28 Jahren beim Bayerischen Obersten Landesgericht in München an. Anfang Mai war Anklage gegen fünf Beschuldigte aus der Gruppe erhoben worden. Die Gruppe um Wiese hatte sich den Ermittlungen zufolge Mitte 2003 sechs Pistolen und 1,2 Kilogramm hochexplosiven TNT-Sprengstoff verschafft. dpa

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