Politik : Müntefering: Keine Rücksicht mehr auf Lafontaine

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Berlin SPD-Chef Franz Müntefering hat eine harte Auseinandersetzung mit dem ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine angekündigt. „Lafontaines Aufenthalt in der Schonecke ist vorbei“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Rücksichten darauf, dass Lafontaine „auch einmal seine Verdienste gehabt“ habe, gebe es nicht mehr. „Wenn er sich äußert, wird reagiert.“ Lafontaine müsse akzeptieren, „dass die in der Partei demokratisch zustande gekommenen Reformentscheidungen umgesetzt werden“, sagte er. Einen Parteiausschluss Lafontaines will der SPD-Chef vorerst allerdings nicht. „Da bin ich aus taktischen Gründen – aus wohlgemerkt taktischen Gründen – sehr geduldig“, sagte Müntefering.

Lafontaine sagte über Müntefering in „Spiegel-Online“: „Mein ehemaliger Geschäftsführer liebt, seit er sich zum Generalsekretär ausrufen ließ, den Kommandoton. Aber wen soll das beeindrucken, außer ihn selbst?“ Seine Rücktrittsforderung an Kanzler Gerhard Schröder wiederholte Lafontaine nun auch in der römischen Zeitung „La Repubblica“. Auf die Frage, ob er Schröder Verrat an den linken Wählern vorwerfe, antwortete er: „Es handelt sich nicht nur um die Wähler der Linken, sondern um das ganze Volk.“

Auch der frühere CDU-Arbeitsminister Norbert Blüm kann sich vorstellen, bei einer Montagsdemonstration gegen die Hartz-Reformen als Redner aufzutreten. „Ich habe da keine Berührungsängste“, sagte er der „Tageszeitung“. Lafontaines Kritik an der rot-grünen Bundesregierung stimmte Blüm zu: „Wo er Recht hat, hat er Recht.“ ddp/dpa/Tsp

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