Politik : Mugabe feiert Geburtstag – und plant Zukunft in Hongkong

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Mugabe

Harare/Peking - Simbabwes Präsident Robert Mugabe feiert an diesem Samstag seinen 85. Geburtstag. Für die Party zu seinem Ehrentag soll das Staatsoberhaupt 8000 Hummer, 2000 Flaschen Champagner, 500 Flaschen Whisky und 4000 Portionen Kaviar geordert haben, berichteten südafrikanische Medien. Mugabe regiert Simbabwe seit 1980. In diesem Februar ging er eine Koalitionsregierung mit der Opposition ein, die das Land aus seiner schweren Krise führen soll.

Innerhalb weniger Jahre wirtschaftete Mugabe Simbabwe vom Modell- zum Krisenstaat herunter. Seine Regierung vertrieb fast 4000 weiße Farmer und ging mit brutaler Gewalt gegen die Opposition vor. Die Arbeitslosenquote liegt derzeit bei 94 Prozent. Gleichzeitig baut Mugabe seiner Familie in Hongkong eine Basis für die Zukunft auf.

Die Stimmung ist nicht gut in JC Castle, einer Hongkonger Villensiedlung, die ihren Namen aus den Initialen von Kung-Fu-Star Jacky Chan ableitet. Schuld ist der neue Nachbar. Dieser kann den Actionhelden zwar an Bekanntheit noch überbieten, passt aber ansonsten schlecht in die gepflegte Wohlstandsidylle: Hier hat Mugabe kürzlich ein Luxusdomizil erstanden, berichteten britische Medien. 4,5 Millionen Euro soll der Diktator durch eine Briefkastenfirma bezahlt haben. Für die Richtigkeit der Meldungen sprächen die Manieren offenbar ebenfalls aus Simbabwe stammender Hauswächter: Als zwei Fotografen das Anwesen ablichten wollten, wurden sie zusammengeschlagen.

Es ist nicht das erste Mal, dass Mugabe und sein Clan in Hongkong auffallen. Seit einiger Zeit mehren sich die Anzeichen, dass der alternde Despot seiner Familie in der ehemaligen britischen Kronkolonie eine Basis außerhalb ihres verarmten Landes aufzubauen versucht. Aufgrund von Reisebeschränkungen sind die Mugabes nur noch in wenigen Ländern willkommen. Sollte das Regime eines Tages fallen, blieben dem Clan nur wenige Zufluchtsorte. Hongkong wäre eine der wenigen Weltstädte, die ihnen noch Zugang gewährt, nicht zuletzt wegen der guten Wirtschaftsbeziehungen, die Mugabe zu China aufgebaut hat.

So darf Mugabes Tochter Bona an der Hong Kong City University unter einem falschen Namen studieren. Als kürzlich ihre Mutter Grace sie besuchte, kam es auf offener Straße zum Eklat: Als ein Paparazzo sie beim Einkaufen in Luxuskaufhäusern fotografierte, versetzte Simbabwes First Lady ihm mehrere Schläge, was ihre Bodyguards offenbar als Aufforderung verstanden, es ihr nachzutun. bba

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