Politik : Mugabe versetzt Militär in Alarmbereitschaft

Johannesburg/Harare - Im afrikanischen Krisenstaat Simbabwe hat Präsident Robert Mugabe nach Medienberichten Militär und Polizei in Alarmbereitschaft versetzen lassen. Mit Blick auf mangelnde Disziplin in den Reihen der Armee und angesichts des wachsenden internationalen Drucks auf ihn, zurückzutreten, eilte der 84-Jährige, der trotz landesweiten Massenelends in Dubai weilte, zurück in die Heimat.

Vergangenen Montag waren Soldaten erstmals plündernd und prügelnd durch die Hauptstadt Harare gezogen. „Die Plünderungen in der vergangenen Woche sind erst der Beginn. Hätten diese Soldaten Waffen gehabt, hätte sie nichts mehr aufhalten können: Sie hätten auch andere Soldaten und Polizisten angegriffen“, sagte der simbabwische Politik- Professor John Makumbe der Zeitung „City Press“. Er ist sich sicher: „Für Mugabe hat das Finale begonnen. Ein hungriger Soldat ist ein wütender Soldat.“ Mugabe hat offenbar eine harte Bestrafung der Soldaten angeordnet. Medien berichteten, dass zehn bis 20 der Soldaten bereits erschossen wurden.

Nach westlichen Politikern und dem südafrikanischen Erzbischof Desmond Tutu forderte auch der Erzbischof von York, einer der höchsten Würdenträger der Anglikanischen Kirche, den Sturz Mugabes: Er und sein Regime müssten vor den Haager Internationalen Strafgerichtshof gestellt werden.

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, befürchtet einen sprunghaften Anstieg der Cholera-Erkrankungen auf bis zu 60 000 Fälle. Sollte sich die Epidemie drastisch verschlimmern, müsse mit weiteren 2700 Todesopfern gerechnet werden. Bislang starben rund 600 Menschen.

Mugabes Kontrahent Morgan Tsvangirai von der Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC) hat sich in der jüngsten Krise ins Ausland abgesetzt; von der im September angekündigten Koalitionsregierung ist keine Rede mehr.dpa

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