Politik : Muslim will Israel-Botschaft nicht bewachen

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London - Die Bitte eines muslimischen Polizisten, vor der israelischen Botschaft in London keine Wache schieben zu müssen, hat in Großbritannien eine Kontroverse ausgelöst. Alexander Omar Basha habe aus Gewissensgründen gebeten, nicht zum Schutz der israelischen Botschaft eingesetzt zu werden, berichtete das britische Boulevardblatt „Sun“ am Donnerstag. Der junge Muslim, der mit einer Libanesin verheiratet sei und einen syrischen Vater habe, habe die israelische Offensive im Libanon als Grund genannt. Ihm sei daraufhin eine neue Aufgabe übertragen worden. Basha gehört einer speziellen Polizeitruppe zum Schutz des diplomatischen Korps an.

Scotland Yard kündigte eine Untersuchung an. Grundsätzlich müsse ein Polizist auch Aufgaben ausführen, die im Gegensatz zu seinen persönlichen Überzeugungen stünden. Die Affäre um Basha drohe das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei zu untergraben. Ein Scotland-Yard-Sprecher betonte, dass Polizisten aus „Gewissensgründen“ gelegentlich auch eine andere Verwendung beantragen könnten. Grundsätzlich behalte sich die Polizeiführung aber das Recht vor, Polizisten dort einzusetzen, wo sie wolle.

Der Chef der britischen Vereinigung muslimischer Polizisten, Dal Babu, sagte: „Ich denke, wir bewegen uns auf sehr glattem Terrain, wenn wir damit beginnen, Polizisten nach ihrem individuellen Gewissen einzusetzen.“ Von den rund 35 000 Scotland-Yard-Polizisten bekennen sich 268 zum Islam. AFP

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