Politik : Muslime fühlen sich als Fremdkörper

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Hamburg - Trotz aller Versuche der Annäherung fühlt sich ein Großteil der deutschen Muslime nach Angaben der Islamischen Gemeinschaft Deutschland (IGD) noch immer als Fremdkörper der Gesellschaft. Nach dem Karikaturenstreit und der Papstrede in der Regensburger Universität habe sich die Situation für deutsche Muslime zugespitzt, sagte deren Präsident, Ibrahim El Zayat, am Samstag auf der 28. IGD-Jahreskonferenz in Hamburg.

„Wir müssen uns den künftigen Herausforderungen der Gesellschaft stellen und damit umgehen“, sagte El Zayat vor rund 3000 Konferenzteilnehmern. Er verwies darauf, dass laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach lediglich sechs Prozent der Deutschen Sympathien für den Islam empfänden. Die Schere zwischen eigener Wahrnehmung und Außenwirkung sei sehr groß, sagte er. Zugleich verwies er auf das religiöse Vorbild in Gestalt des Propheten Mohammed und forderte seine Glaubensbrüder zu Barmherzigkeit und Gewaltablehnung auf.

Den Umgang mit Muslimen in Deutschland kritisierte der Vorsitzende des Islamrats für die Bundesrepublik Deutschland, Ali Kizilkaya. „Weshalb müssen wir ständig für unsere Rechte kämpfen und werden unter Generalverdacht gestellt?“, fragte der Chef des konservativ-orthodoxen Islamrats. Immer noch werde mehr über Muslime als mit ihnen gesprochen. Die Integration bezeichnete Kizilkaya als einen Prozess, der die Einheit der Muslime erfordere.

Mehr Respekt gegenüber Andersdenkenden forderte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayyub Axel Köhler. Nur so könne vermieden werden, dass es künftig nichts Heiliges mehr gebe und Gewalt und Brutalität das Gesellschaftsbild bestimmten. ddp

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