Muslime in Deutschland : Radikalisierung von Mädchen nimmt offenbar zu

Einer Beratungsstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zufolge radikalisieren sich immer mehr muslimische Mädchen. Die Altersgrenze verschiebe sich nach unten, warnt ein Experte.

Der Halbmond auf dem Minarett der Abubakr-Moschee in Frankfurt am Main.
Der Halbmond auf dem Minarett der Abubakr-Moschee in Frankfurt am Main.Foto: Boris Roessler/dpa

In Deutschland radikalisieren sich offensichtlich immer mehr muslimische junge Frauen. Die Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf) verzeichne einen starken Anstieg der Beratungen, in denen es um die religiöse Radikalisierung von Mädchen gehe, berichtet die „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Waren in der Vergangenheit in etwas mehr als einem Viertel der Beratungsfälle Mädchen betroffen, seien es 2015 bereits knapp die Hälfte aller Fälle gewesen.

Der Trend setze sich in diesem Jahr fort. Seit der Freischaltung ihrer Hotline 2012 gingen bei der Beratungsstelle mehr als 2500 Anrufe ein. Nach Einschätzung von Michael Kiefer vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück sind „bereits 13-Jährige unter den Mädchen, die sich radikalisieren“. Die Altersgrenze verschiebe sich immer weiter nach unten.

Anders als bei Jungen, die häufig provozierten und konfrontativ seien, vollziehe sich die Radikalisierung von Mädchen im Stillen, erklärte Kiefer. „Wir sprechen von einer Kinderzimmerradikalisierung“, sagte der Islamwissenschaftler. (dpa)

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