Politik : Muslimische Rebellen stürmen Stadt auf den Philippinen

Zamboanga - Muslimische Rebellen haben im Süden der Philippinen eine Stadt überfallen und 20 Zivilisten als Geiseln genommen. Mehrere hundert Kämpfer der Moro Islamischen Befreiungsfront (MILF) seien am Montag im Morgengrauen in Vororte der Hafenstadt Zamboanga eingedrungen, teilte die Bürgermeisterin Isabelle Climaco-Salazar mit. Bei Kämpfen mit der Armee hätten die Rebellen zwei Soldaten und vier Zivilisten getötet. Präsident Benigno Aquino verurteilte den Angriff. In der Küstenstadt mit knapp einer Million Einwohnern waren auch am Tag laute Explosionen zu hören. Die Bürgermeisterin ordnete die Schließung aller Schulen und Büros an.

Das Ziel der Aufständischen sei das Rathaus, sagte sie. „Sie wollen dort die Flagge der Unabhängigkeit hissen.“ Ein Beamter habe ihr gesagt, dass 20 Zivilisten als Geiseln genommen worden seien. Ein Vermittler sei entsandt worden, um die Freilassung zu erwirken. Schwer bewaffnete Soldaten und Wachleute bezogen am Flughafen, vor Hotels und Banken der Stadt Stellung. Fernsehbilder zeigten gepanzerte Fahrzeuge in verlassenen Straßen.

Die Armee erklärte, die Kämpfe hätten begonnen, als Soldaten im Morgengrauen auf rund hundert Rebellenkämpfer an der Küste stießen. Der Angriff erfolgt kurz vor der geplanten Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zwischen Präsident Aquino und der MILF. Die Rebellengruppe kämpft schon seit den 1970er Jahren auf den katholisch geprägten Philippinen für die Unabhängigkeit des mehrheitlich von Muslimen bewohnten Südens. AFP

» Gratis: Tagesspiegel + E-Magazin "Wahl 2017"

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben