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Mutmaßliches Attentat vereitelt : USA geben Terrorwarnung heraus

Die US-Regierung hat dem Iran die Planung eines Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA vorgeworfen und eine Terrorwarnung herausgegeben. Teheran spricht von einer "bösen Verschwörung".

Der Generalbundesanwalt der USA Eric Holder (rechts), der Jurist Preet Bharara (links) und FBI-Direktor Robert Mueller auf der Pressekonferenz.
Der Generalbundesanwalt der USA Eric Holder (rechts), der Jurist Preet Bharara (links) und FBI-Direktor Robert Mueller auf der...Foto: afp

Angesichts des möglicherweise von Teheran geplanten Attentats auf den saudi-arabischen Botschafter in den USA hat Washington eine Terrorwarnung herausgegeben. Der mutmaßliche Anschlagsplan deute auf eine „aggressive Hinwendung der iranischen Regierung auf Terroraktivitäten gegen Diplomaten“ hin, darunter auch Angriffe in den USA, erklärte das US-Außenministerium am späten Dienstagabend. Reisende US-Bürger und im Ausland lebende Diplomaten seien daher aufgerufen, die Hinweise des Außenamts sowie andere Reisehinweise genau zu verfolgen.

Das Justizministerium in Washington hatte zuvor erklärt, dass gegen zwei iranische Staatsbürger Anklage erhoben worden sei. Justizminister Eric Holder kündigte an, Teheran für seine mutmaßliche Verwicklung in das Komplott zur Verantwortung zu ziehen. Als mutmaßliche Drahtzieher nannte das Justizministerium Manssor Arbabsiar, einen 56-Jährigen mit iranischer und US-Staatsbürgerschaft, und Gholam Schakuri, Mitglied der El-Kuds-Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarden. Arbabsiar sei Ende September am New Yorker Flughafen John F. Kennedy festgenommen worden und sollte noch am Dienstag in Manhattan vor Gericht erscheinen, Schakuri sei flüchtig. Beide hätten bei ihren Anschlagsplänen eng mit Teilen der iranischen Regierung zusammengearbeitet.

Die „Verschwörung“ sei vom Iran aus „erdacht, gefördert und gelenkt“ worden, sagte Holder. Die USA würden sowohl die beiden Angeklagten als auch Teheran für ihr Handeln zur Rechenschaft ziehen. Holder betonte, dass die El-Kuds-Einheit ein „Bestandteil der iranischen Regierung“ sei. Die Anschlagspläne seien von ranghohen Mitgliedern der Einheit und des iranischen Militärs „gelenkt und gebilligt“ worden. „Vertreter von ganz oben aus diesen Bereichen waren für diesen Plot verantwortlich“, sagte Holder.

Ziel des Anschlags soll der saudi-arabische Botschafter Adel el Dschubeir gewesen sein, den die Drahtzieher auf US-Staatsgebiet hätten töten wollen. Die Behörden kamen dem Komplott den Angaben zufolge auf die Spur, als ein US-Bürger iranischer Abstammung in Texas unwissentlich einen verdeckten Mitarbeiter der US-Geheimdienste einweihte, den er für ein Mitglied einer mexikanischen Drogenbande hielt. Der Mann habe sich über eine mögliche Unterstützung durch das Drogenkartell bei der Ermordung des saudischen Botschafters erkundigt.

US-Medienberichten zufolge sahen die Pläne unter anderem Bombenanschläge auf die saudische und israelische Botschaft in Washington vor. Holder sagte, die USA würden sich mit Regierungen in aller Welt in Verbindung setzen und sie über die Einzelheiten des angeblichen iranisches Terrorplots informieren. „Ich denke, man muss besorgt sein über die furchteinflößende Natur dessen, was die iranische Regierung hier versucht hat.“

Teheran bezeichnete die Vorwürfe aus den USA als „böse Verschwörung“. Der Iran weise diese „schändliche Behauptung kategorisch und auf das Schärfste zurück“, erklärte der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mohammed Chasaee, in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Ein Berater von Präsident Mahmud Ahmadinedschad nannte die Vorwürfe ein „konstruiertes Szenario“, um von den innenpolitischen Problemen der USA abzulenken. Die Beziehungen zwischen Washington und Teheran sind insbesondere wegen des iranischen Atomprogramms äußerst angespannt. Saudi-Arabien ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Nahen Osten und zugleich großer Rivale des Irans im Kampf um die Vorherrschaft in der Golfregion. (AFP)

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