Mutterleib : Bildung für Ungeborene

Schon in den allerersten Lebenstagen haben Babys Kenntnisse in ihrer Muttersprache, wie eine Studie in der Fachzeitschrift „Current Biology“ im Jahr 2009 bewies.

Ungeborene können die sprachtypischen Tonbögen schon im Mutterleib erkennen, Neugeborene sind sofort in der Lage, sie rudimentär nachzuahmen. Beginnt frühkindliche Bildung also vor der Geburt? Immerhin bildet sich die Neuralplatte als Ur-Anlage des menschlichen Nervensystems schon 19 Tage nach der Befruchtung heraus. Und einige Voraussetzungen für die Bildungsbiografie werden ebenfalls schon pränatal geschaffen: Nicht allein sensorisch, sondern auch mit ihren Hormonen, mit ihrem Stoffwechsel und mit ihrer Ernährung nimmt die Schwangere Einfluss darauf.

Bei den Giften ist es am eindrücklichsten: Zwar ist derzeit umstritten, ab welcher Schwelle Alkohol gefährlich wird. Klar ist jedoch, dass Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft große Mengen Alkohol getrunken haben, oft schwere Fehlbildungen aufweisen und geistig retardiert sind. Die Babys rauchender Mütter wiegen bei der Geburt weniger und zeigen häufiger Verhaltensstörungen. (aml)

Den Haupttext zum Thema Chancenungleichheit "Welche Chancen hat ein Kind in Deutschland?" lesen Sie hier.

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