Nach 20 Jahren : Ehemaliger Barschel-Referent bedauert Verrat

Reiner Pfeiffer, früherer Medienreferent von Uwe Barschel, bedauert heute, seinen Chef 1987 verraten zu haben. Er hätte nicht voraussehen können, dass dieser daraufhin zu Tode kommt.

KielDie zentrale Figur der "Barschel-Affäre", Reiner Pfeiffer, zeigt heute Reue. Er bedauere, dass er seinen damaligen Chef Ministerpräsident Uwe Barschel (CDU) an die SPD und den "Spiegel" verraten habe, sagte Pfeiffer der "Bild"- Zeitung. "Es tut mir leid! Wenn ich gewusst hätte, dass dabei ein Mensch, ein Vater von vier Kindern, zu Tode kommen würde, hätte ich es mit Sicherheit nicht gemacht." Aber er habe damals erwartet, "dass Barschel mehr kämpfen würde".

Pfeiffer hatte damals mehrere Versuche unternommen, Barschels Gegenkandidaten Björn Engholm (SPD) zu diskreditieren. Unter anderem hatte er eine anonyme Anzeige wegen Steuerhinterziehung gegen den Politiker eingereicht. Dies hatte Pfeiffer später in einem Interview mit dem Spiegel publik gemacht.Der ehemalige Medienreferent behauptet auch heute noch: "Ich habe alles im Auftrag von Ministerpräsident Uwe Barschel gemacht."

Barschels Leiche war am 11. Oktober 1987, nur wenige Wochen nach Bekanntwerden der Affäre, in einer Genfer Hotelbadewanne gefunden worden. In jahrelangen Ermittlungen konnte nicht bewiesen werden, ob der CDU-Politiker getötet wurde oder sich das Leben nahm. Er starb an Medikamentenvergiftung. Barschels Witwe Freya und sein Bruder Eike waren immer überzeugt, Uwe Barschel sei ermordet worden. 1998 hatte die Lübecker Staatsanwaltschaft das Todesermittlungsverfahren eingestellt. (Tsp mit dpa)

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