Nach Abhörskandal : Untersuchungskommission nimmt Arbeit auf

Binnen eine Jahres will eine Untersuchungskommission den "News of the World"-Abhörskandal aufklären. Es wartet eine Mammut-Aufgabe.

Das erste Treffen der Untersuchungskommission zum "News of the World"-Abhörskandal. Die Aufarbeitung kann bis zu einem Jahr dauern.
Das erste Treffen der Untersuchungskommission zum "News of the World"-Abhörskandal. Die Aufarbeitung kann bis zu einem Jahr...Foto: AFP

Im Abhörskandal um die britische Zeitung „News of the World“ hat eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission ihre Arbeit aufgenommen. Unter der Leitung des Richters Brian Leveson kam die Kommission am Donnerstag in London zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Im Zentrum der Ermittlungen würden die „Kultur, Praktiken und die Ethik der Presse“ stehen, sagte Leveson. Die ersten Anhörungen sind für September geplant, binnen eines Jahres soll der Untersuchungsbericht vorliegen.

Das Aus von News of the World
Auflage 2,7 Millionen. Die „News of the World“ war berühmt für ihre Scoops, nun ist sie selbst zum Skandal geworden.Weitere Bilder anzeigen
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19.07.2011 08:09Auflage 2,7 Millionen. Die „News of the World“ war berühmt für ihre Scoops, nun ist sie selbst zum Skandal geworden.

Anfang Juli war herausgekommen, dass Journalisten der inzwischen eingestellten „News of the World“ nicht nur Prominente abgehört und Polizisten bestochen, sondern auch Handy-Mailboxen der Angehörigen von getöteten Soldaten sowie eines entführten Mädchens geknackt hatten. Die Affäre brachte den Konzern von Medienmogul Rupert Murdoch ins Wanken und Premierminister David Cameron, der enge Beziehungen zur Murdoch-Presse gepflegt hatte, in Erklärungsnöte. Auch die Londoner Polizeibehörde Scotland Yard geriet wegen ihrer Verbindungen zur Murdoch-Zeitungsgruppe News International unter Druck.

Richter Leveson soll mit seinem Team nun Licht in die Affäre bringen. Die Kommission werde sich mit der Beziehung der Presse „mit der Öffentlichkeit, der Polizei und der Politik“ befassen, sagte er. Dabei werde es auch eine Debatte über die Grenzen des öffentlichen Interesses geben. Der Kommission gehören neben Leveson ein Menschenrechtler, ein hoher Polizeivertreter, ein früherer Leiter britischen Medienaufsicht Ofcom, zwei Journalisten und ein ehemaliger Geschäftsführer der Zeitung „Financial Times“ an. Neben der Aufklärungsarbeit soll sie auch Empfehlungen für neue Medien-Richtlinien erarbeiten. (AFP)

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