Nach Amoklauf auf Militärbasis : US-Soldat droht die Todesstrafe

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Der 5. November 2009 begann auf dem größten Militärstützpunkt in den USA im texanischen Fort Hood wie ein gewöhnlicher Tag. Doch um die Mittagszeit geschah das Unfassbare. Plötzlich zückte der US-Major Nidal Hasan seine Pistolen, rief „Allah ist groß!“ und eröffnete das Feuer auf seine Kameraden. Die Kugeln trafen zahlreiche Menschen, viele warfen sich auf den Boden, es herrschte Panik. Soldaten zerrissen ihre Uniformen, um die verletzten Opfer mit dem Stoff zu verbinden.

Fast vier Jahre später findet Hasans als Terrorangriff ins öffentliche Bewusstsein eingegangene Tat ihre Aufarbeitung vor Gericht. Der muslimische Militär-Psychiater muss sich wegen 13-fachen vorsätzlichen Mordes und versuchten Mordes in 32 Fällen vor einem Militärgericht verantworten. Dem 42-Jährigen droht die Todesstrafe, wenn sich das Gremium einstimmig für dieses Strafmaß ausspricht. Kommt es zur Hinrichtung, wäre dies die erste Exekution eines verurteilten aktiven US-Soldaten seit 1961.

Hasan soll nach Erkenntnissen der Ermittler die Tat von langer Hand geplant haben. Die Waffen habe er heimlich gebunkert, sein Hab und Gut vor dem Massaker verschenkt. Vieles spreche dafür, dass der Todesschütze aus angestautem Hass auf Amerika gehandelt habe. Der Angeklagte, der bei seinem Amoklauf von zivilen Polizisten angeschossen wurde und seitdem gelähmt im Rollstuhl sitzt, wird sich vor Gericht selbst verteidigen. Als Motiv für seine Tat gab er an, er habe die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan vor ausländischen Soldaten schützen wollen. Doch die Vorsitzende Richterin, Oberst Tara Osborn, will diese Behauptung nicht als Argument der Verteidigung zulassen: Sie sei unbewiesen und haltlos. dpa

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