Nach Anschlägen in Indien : Pakistan nimmt weiteren Terrorverdächtigen fest

Zwei Wochen nach der Terrorserie von Bombay haben Sicherheitskräfte in Pakistan nach Angaben der Regierung in Islamabad einen weiteren Terrorverdächtigen gefasst. Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan dauern unterdessen an.

Terror in Bombay
Terror in Bombay: Bei den Anschlägen waren Ende November mehr als 170 Menschen ums Leben gekommen. -Foto: dpa

Islamabad/Neu DelhiPakistans Premierminister Yousaf Raza Gilani sagte am Mittwoch, neben dem Chef der Terrorgruppe Lashkar-e-Taiba (LeT), Zaki-ur-Rehman Lakhwi, sei nun auch der angebliche Kommunikationschef der Organisation, Zarar Shah, festgenommen worden. Die LeT wird von Indien für die Terrorangriffe im westindischen Bombay verantwortlich gemacht, der mehr als 170 Menschen zum Opfer fielen, unter ihnen auch drei Deutsche.

Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan dauerten unterdessen an. Nach einem unbestätigten indischen Medienbericht, wonach die Alarmstufe der indischen Luftwaffe hochgesetzt worden sein soll, stiegen am Mittwoch über der pakistanischen Hauptstadt Islamabad Kampfflugzeuge auf. Die pakistanische Luftwaffe sei dazu bereit, das Land zu verteidigen, sagte ein Luftwaffensprecher. "Wir beobachten die aktuelle Lage." Der indische Nachrichtensender CNN-IBN hatte berichtet, die indische Luftwaffe sei in den Bereitschaftsstatus "Passive Luftverteidigung" versetzt worden. CNN-IBN machte keine Angaben dazu, wann das geschehen sein soll.

Pakistan lehnt Auslieferung von Verdächtigen ab

Der indische Außen-Staatsminister E. Ahamed forderte unterdessen vor dem UN-Sicherheitsrat in New York, die pakistanische Gruppe Jammat-ud-Dawa zu verbieten, die als legaler Arm von Lashkar-e-Taiba gilt. Ahamad sagte, seine Regierung habe nach den Angriffen von Bombay mit Zurückhaltung reagiert, müsse das Volk aber schützen. Indien macht LeT für die Angriffe von Bombay verantwortlich. In seiner ersten Sitzung seit der Terrorserie von Bombay verurteilte das indische Parlament die Angriffe als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit". Der neue indische Innenminister P. Chidambaram wollte an diesem Donnerstag im Parlament Stellung beziehen.

Die indische Regierung ist davon überzeugt, dass die Angreifer von Bombay aus Pakistan kamen und die Terrorserie im Nachbarland geplant wurde. Indien und die USA haben von Pakistan die Verfolgung der Drahtzieher gefordert. Die Regierung in Islamabad hat zugesagt, Hintermänner zu verfolgen, sollten sie tatsächlich in Pakistan sein. Eine von Indien geforderte Auslieferung Verdächtiger lehnte Islamabad aber ab. Bei der beispiellosen Terrorserie in der westindischen Finanzmetropole Bombay waren mehr als 170 Menschen getötet und über 300 weitere verletzt worden. Unter den Todesopfern waren drei Deutsche. Neun der nach Polizeiangaben zehn Angreifer wurden getötet. (jam/dpa)

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