Nach Artilleriebeschuss : Südkorea droht mit Vergeltung

In seiner ersten öffentlichen Ansprache seit dem nordkoreanischen Angriff vor einer Woche hat Südkoreas Präsident Lee Myung Bak dem Nachbarstaat Vergeltung angedroht.

Seoul - Nordkorea werde dafür bezahlen, wenn es weiter provoziere, sagte Lee in einer Rede an die Nation am Montag. Ein Angriff auf Zivilisten sei selbst in Kriegszeiten ein unmenschliches Verbrechen. Bei dem Beschuss der Insel Yeonpyeong waren zwei Soldaten und zwei Zivilisten getötet worden. Viele Südkoreaner warfen Lee vor, zu zurückhaltend reagiert zu haben. Demonstranten verbrannten auch am Montag wieder nordkoreanische Fahnen sowie Puppen, die den Machthaber Kim Jong Il darstellten. Unterdessen stieß der Versuch Chinas, mit einer Wiederbelebung der seit zwei Jahren auf Eis liegenden Sechs-Parteien-Gespräche die Lage zu entspannen, auf wenig Resonanz. Südkorea befürchtet, dass Nordkorea das als Erfolg seines Angriffs werten könnte.

Südkorea und die USA demonstrierten unterdessen mit einem weiteren Seemanöver ihre Entschlossenheit, neue Angriffe Nordkoreas abzuwehren. Präsident Lee besuchte zudem die in seinem Land stationierten US-Soldaten, um ihnen für die Unterstützung Südkoreas zu danken. (rtr)

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