Nach Attacke auf Hilfskonvoi : Mankell fordert Tribunal gegen Israel

Henning Mankell fordert einen internationalen Prozess gegen Israel wegen des Angriffs auf einen Gaza-Hilfskonvoi mit mindestens neun Toten. Der Schriftsteller hatte sich an der Hilfsaktion für Gaza beteiligt.

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Henning Mankell Foto: dpa
Henning MankellFoto: dpa

Berlin - Der schwedische Erfolgsautor Henning Mankell wirft der israelischen Armee „Piraterie“ und „Entführung“ vor. Mankell war an Bord des kleinen Schiffes „Sophia“, das Teil der Gaza-Solidaritätsflotte war. Die israelische Armee hatte die Schiffe am Montag in internationalen Gewässern geentert. „Zu dem Zeitpunkt waren wir ungefähr zwei Stunden Fahrtzeit von den territorialen Gewässern Israels und der Palästinenser entfernt“, sagte Mankell bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Berlin. „Wir haben Hubschrauber über dem Schiff ,Marmara’ gesehen und Schüsse gehört“, sagte Mankell.

Später hätten israelische Soldaten, mit Maschinengewehren bewaffnet, auch die „Sophia“ geentert, ein von schwedischen Gruppen gesponsertes Schiff mit Hilfsgütern. Die Soldaten hätten das Schiff durchsucht und erklärt, man habe Waffen gefunden: Als Beleg zeigten sie Rasiermesser und einen Cutter, wie er zum Aufschneiden von Proviantkartons verwendet wird. An Land sei Mankell gefragt worden, ob er deportiert oder inhaftiert werden wolle.

Auf die Frage, was man ihm vorwerfe, habe der Beamte geantwortet: „Illegale Einreise nach Israel.“ Das sei absurd, denn die Armee habe ihn gegen seinen Willen nach Israel verschleppt, sagte Mankell. Der Schwede zeigte sich schockiert über das „aggressive“ Vorgehen der israelischen Armee. Er hatte damit gerechnet, dass die Marine den Konvoi beim Erreichen der Territorialgewässer stoppen werde. „Aber nicht durch Gewalt gegen Menschen, sondern durch Gewalt gegen die Schiffe, damit sie fahruntüchtig werden.“

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