Politik : Nach Berlusconis Rücktritt will Prodi nun schnell ins Amt

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Rom - Drei Wochen nach den Parlamentswahlen ist der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi am Dienstag offiziell zurückgetreten. Er habe seinen Rücktritt bei Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi eingereicht, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Sein designierter Nachfolger Romano Prodi drängt nun auf eine rasche Regierungsübernahme und den Auftrag zur Kabinettsbildung. „Wir wollen am 4. oder 5. Mai bereitstehen“, sagte Prodi.

Allerdings ist die Besetzung der meisten Ministerien in der künftigen Mitte-links-Regierung noch offen. Als sicher gilt laut Zeitungsberichten bislang nur, dass der Finanzexperte Padoa Schioppa aus der Führung der Europäischen Zentralbank neuer Wirtschaftsminister werden soll.

Die Mitte-links-Allianz Prodis hatte bei den Parlamentswahlen eine knappe Mehrheit gewonnen. Berlusconi hatte den Wahlsieg des linken Lagers sehr lange angezweifelt. Einsprüche seiner Mitte-rechts-Koalition wurden jedoch von den Gerichten zurückgewiesen.

Zwischen den Parteienlagern ist unterdessen ein heftiger Streit um die Mitte Mai anstehende Wahl des Staatspräsidenten ausgebrochen. Wie das italienische Fernsehen am Montag berichtete, wollen die einflussreichen Linksdemokraten im Prodi-Lager ihren Vorsitzenden Massimo D’Alema durchsetzen. Dagegen drohte Berlusconi indirekt mit dem Druck der Straße. Gegen eine solche „Diktatur der Mehrheit wird es eine totale Opposition, nicht nur im Parlament geben“, sagte er. Prodis Mehrheit sei hauchdünn. dpa

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